Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Schreiben eines Kornhandlers.

plus, der mich fragt: wie viel Korn ich noch vorräthig habe,und wie groß der Schade sey, den ich noch leide? es istkeine Zeitung, kein Journal, kein Jnlelligcnzblatt, das sichmit Vorschlagen für uns arme . . . das Wort will nichtrecht heraus, nun Kornjuden wollte ich sagen, weil esdoch einmal in aller Welt Munde ist . . . abgäbe, und«ine Handlung zu unsrer Rettung lieferte oder einen Preis«ruf das beste Mittel setzte, einen redlichen Kornhandlecgegen den gar zu grossen Seegcn Gottes in Sicherheit zusetzen. Jeder schweigt, wie derRarschin ihre Lerche, nach«dem sie satt Weitzcn gefressen hakte. Kein empfindsamerReisender, deren es doch jetzt so viel giebt, daß sie auch indie Visitenzimmer kommen, besieht mein Kornmagazin; undselbst der redliche Buchhändler Hieronymus, dieser tapfreFreund des ehrlichen Sebaldus Nothankers, wegert sichjetzt, mir das vraculum jurisDr eine halbe Last Roggenzu überlassen.

Gleichwol kann ich mit Wahrheit sagen, daß ich demarbeitsamen fleißigen Ackersmann seit der vorigen Erndteeinen reinen Vortheil von mehr als fünfzig tausend Thalerzugewandt habe. Der arme Mann war von Gelde ent-blößt; und er mußte aus Noth verkaufen. Der Preisdes Korns wäre gleich nach der Erndte zu 6 Rthlr, dasMalter gefallen, wenn ich meinen Verrath losgeschlagenund nicht vielmehr noch ein mchrercrs angekaufet hatte.In was für eine Verlegenheit würden die Geringen, diezwischen Michael und Weihnachten losschlagen mußten,gefallen seyn, wenn ich damals gleich ihnen verkauft; wennich täglich nur ein Fuder zu Markte geschickt, und die hä-mischen Käufer dadurch stutzig gemacht hätte! Würde nichtder arme Mann, der ei» paar Scheffel sauer zu Markt«getragen, solche entweder mühsam haben zurück nehmenoder zu jedem Preise verkaufen müssen?

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Allein