58 Ein gutherziger Narr bessert sich nie.
ftn traurigen Umstanden nicht verlassen würde. — Acistfieng an zu zweifeln, ob er sein Gelübde von dem heutigenTage schon anrechnen sollte. Er hatte die zehn Pistolennoch; das Unglück eines Mannes vom Stande gieng ihmnahe. Kurz, er gab sie bin, schwur aber noch einmal,daß dieses das lctztcmalscyn sollte. Der Tag gieng glück-lich vorüber, ohne daß er in die Versuchung gesetzt wurde,sein Gelübde noch einmal zu brechen.
Er war aber des andern Morgens noch im Bette, alSein Freund in der grasten Angst und außer Athem zu ihmkam —: O mckn Theurcster, was sang ich an? MeineHaushälterin ist schwanger; ihre Niederkunft ist nahe, ichmuß sie fortschicken, oder ich werde auf das empfindlichstebeschimpft; Sie wissen meine vorhabende Hcyrath, meineHoffnung zur nächsten Beförderung, alles ist verlohrcn,und ich bin der unglücklichste Mensch; mit fünfzig Pistolenkönnen sie mich retten, diese verlangt das Mensch zur Reiseund zum Wochenbette. — Die Gefahr des Freundes warzu dringend. Arist stand auf, kleidete sich in der Eile an,liehe die fünfzig Pistolen- gab sie hin und dachte nicht anfein Gelübde.
Gutes Herz! schreckliches Geschenk der Gottheit! waskostest du mir? Du begnügest dich nicht allein mich un-glücklich zu machen, du machst mich auch meineidig!— Sophilosophiere Arist eben mit sich selbst, als ihm die Wittweeines angesehenen Mannes in seiner Einsamkeit mit derAnrede überraschte! — Meine Tbränen sagen Ihnen schonmeine ganze Roth. Schwerlich kann ein Zustand grausa-mer seyn, als der mcinige. Gott du weist, wie vieles mirdieser Schritt kostet! Allein liebster, bester Acist, Sie sindallezeit meine einzige Zuflucht gewesen; Sie haben mir schon