Band 
Zweiter Theil.
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Ein gutherziger Narr bessert sich nie. 59

oft geholfen; könnte ich Ihnen nur einmal meine ganzeErkenntlichkeit ausdrücken! Sehen Sie hier, diesen Brieferhalte ich so eben. Mein Sohn, mein einziger Sohn,sott seine Compagnie verlieren, oder er muß 1500 Thalerbezahlen, die er derselben schuldig ist. Ach l einen Theil habeich selbst von ihm geliehen. Wie mein seliger Mann starb,hatte ich nicht so viel, daß ich ibn Standesmaßig begrabenlassen konnte; und das übrige — — Für dasmal dünkte sichArist sicher. Fünfzehnhundert Thaler hatte er nicht baar,und konnte sie auch so bald nicht anschaffen. Die Thränender Wittwe flössen also umsonst. Jedoch zu seinem Unglückforderte die Compagnie nur erst einen Bürgen auf 6 Mo-nate; und wie konnte er der dankbaren und unglücklichenEmilie diese Hülfe versagen? Derlohr ihr Sobn die Com-pagnie: so waren Mutter und Sohn in die schrecklichsteArmuth gerathen, und sollte er sich diese einst vorzuwerfenhaben? das wollte der Himmel nicht.

Arist dachte setzt an kein Gelübde mehr. Er sah es ein,daß es vergeblich sey, sich selbst Gesetze zu geben, und sei-nem Herzen das Dispcnsationsrecht zu lassen. Indessenklagte er seine Noth einen: würdigenFrcundc, einem Manne,den er unter allen am höchsten schätzte, um sich seinen Rathzu erbitte:,. Himmel, antwortete ihm dieser, was bin ichunglücklich! In dem Augenblick, da mich der schrecklichsteunterallen Zufallen nöthigte, Sie mein edelster, mein wer-thester Anst, um einen Borschuß von tausend Thalern zubitten-so erfahre ich mit Schrecken, wie sehr ich IhrcFreund-schaft aufdic Probe gestellet haben würde. Aber der Him-mel soll mich bewahren, daßichSienicht zuneuenSchwach-heitcn verleite. Es ist genug, daß ich allein unglücklichbin; ich werde Muth haben mein Schicksal zu ertragen,so hart es auch immer seyn mag. Ich will mich entfernen

und