Band 
Zweiter Theil.
Seite
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declamirt von einem Bürger.

wie ehedem zu statten kommen; wo der gcldreiche Mannsich Adel und Tittel kauft; wo der Heuermann, der demStaate so wenig mit seinem Blute als mit seinem Gelde ineinem gerechten Verhältnisse dient, aller Vortheile genießt,und den angesessenen Mann unter der Bürde der öffentlichenLasten seufzen läßt; und wo endlich ein Caffarelli sich zumHerzoge singt: in dieser schrecklichen Vermischung, sage ich,ist uns eine schleunige Hülfe nöthig, oder es ist alles ver-lohren; die Ehre, diese mächtige Triebfeder der menschlichenHandlungen, wird uns zu nichts mehr dienen; die edle Liebezum Eigenthum wird verschwinden; die Belohnungen allerVerdienste werden zum Nachtheil des Staats beständig mitGelde geschehen müssen; die Strafgesetze werden, daFlücht-linge mit Eingesessenen in einerley Stand treten, grausamwerden, und die allgemeinen Lasten, welche jederzeit mit derEhre und der Liebe zum Eigenthum in unzertrennlicher Ver-knüpfung gestanden, und eine rühmliche Bürde gewesen,werden den steuerbaren Mann erst in Armuth und dannnoch dazu in Verachtung senken.

Sogroß so gewiß ist die Vermischung, und so schrecklichsind die Folgen. Mit einer Krone von Eichcnlaube, welcheehedem ein römischer Bürger für seine größte Belohnungschätzte, läßt sich niemand mehr bezahlen; die ritterlicheWürde führet keinen mehr zu ritterlichen Thaten; der Adelselbst ist feil geworden; Geld und Dienst entscheiden alles,und beyde haben die Dekonomie der gemeinen Ehre, oderdie Mittel, einen zur gemeinen Wohlfahrt ordentlich undgewissenhaft steurcnden; einen sich in seinen Pflichten un-sträflich beweisenden; einen sich für seinen Mitbürger auf-opfernden,oder in glücklichenUntcrnehmungenfürdenStaatrühmlich beschäftigten Patrioten, ohne Geld zu belohnen,auf schändliche Art vernichtiget. Der Gcldrciche fah-ret