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Schreiben eines Frauenzimmers
en?ic>ueur, wobey sich die Herren den Magen wie denKopf verderben. Auch die Menge fremder Weine könntenSie wohl auf ein gut Glas Braunbicr einschränken; dieseslöscht den Durst besser, als ein SpitzglasgcnSellery, oderein Römer Rüdclsheimcr. Allein diese Reforme steht Ih-nen nicht an; und gleichwohl ist die Veränderung der Klei-der bey uns eben so wichtig als Ihnen die Veränderungender Tafel seyn mögen.
Doch ich will mich mit Ihnen nicht zanken; Sie sindein böser Mann 19)! der vielleicht seine besten Tage schongenossen hat 20), und der muntern Jugend ihre Freudennicht gönnet. Ich niögte aber wohl wissen, was aus denMannspcrüken werden würde, wenn wir ihnen nicht biswei-len die Köpfe zurecht setzten 21). Und wodurch kann diesesbesser geschehen, als daß wir sie durch die Kunst der Koket-terie in einer beständigen Begierde zu gefallen unterhalten?Die edle Koketterie kann aber ohne Veränderung der Modenunmöglich bestehen 22). Stellen Sie sich nur einmal vor,was das für schlichte unbedeutende Gesichter geben würde,wenn wir immer wie die Nonnen in einer beständigen einför-migen
ry) Aber Sie zanken ja dock! vergessen Sie ihr Wort nicht.
20) Das haben Sie errathen, indessen lache ich doch noch im-mer gern mit, wenn es der Mühe werth ik.
21) Sagt der Herr Gemahl auch jadazu?
22) Es giebt auch mehrere Arten der Koketterie, und die armeHexe, die alle ihre Künste von dem Schneider oder der Putz-macherin borgen muß, verrath eine mitleidenswürdige Ar-muth. Der Geist kann sich in unzähligen neuen Gestalten zei,gen, und das Her; eine gute Eigenschaft nach der andern baldauf diese bald auf jene Art entdecken. Eine solche Koketterieverwerfe ich nicht; und auch selbst eine Nonne im heilige»Scbleyer wird auf diese Art kokett seyn könne.