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NI 'I.
1.VI.
DenStaat mit einer Pyramide verglichen.
Eine erbauliche Betrachtung.
/Am Staat laßt sich am beste» mir einer Pyramide ver-gleichen, die nlsdenn schön ist, wenn sie ihr gehörigesVerhältniß hat , uiucn auf einem guten Grunde ruht, und„ach der Spitze zu immer dergestalt abnimmt , daß das un-terste daS oberste völlig, aber auch mit der mindesten Be-schwerde tragt. Uni solches recht deutlich zu machen, wol-len wir jetzt mit einander betrachten: erstlich die Spitze,hernach die Mitte, und zuletzt den Grund.
Die Spitze ist besonders fehlerhaft , wenn sie oben zudicke ist; oder mu sogleich die Anwendung hieven zu ma-chen, wenn die Landesherrliche Familie sich z» sehr vermehrt,wenn alle Prinzen hcyrakhen, und alle Prinzeßinnen Aus-stcuren erfordern, und solchergestalt die Bevölkerung obenstarker geht als unten. Sie ist fehlerhaft, wenn sich alleKräfte nach dem Kopfe ziehen, und den untern Theil Macht-ws lassen; sie ist endlich fehlerhaft, wenn der Kopf zittert,und die Kräfte , die sich hinauf ziehen sollten, in der Mittestocken.
Nach diesem Grundsätze sollte man meinen, daß eingeistlicher Staat, defstn Fürst nicht heyrathcn darf, allemalder beste seyn müßte, weil hier der K'opfdurch keine Aus-sieuren, Witlwensitze und Apanagen zu sehr vergrößertwerden kann. Allein da leider dergleichen Köpfe sehr oftmit gefährlichen Kröpfen heimgesuchet wrrden,die sich bis-weilen so sehr ausdehnen, daß sie dieganzc Pyramidedurchihre Schwere umstürzen: so laßt sich solches nicht mit Ge-wißheit behaupten.