Band 
Zweiter Theil.
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255
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Den Staat mit einer Pyramide verglichen. 255

an ermangelt, wo sich hier eine Lücke bey verändern zeigt,und der eine Stein geborsten, der andere verwittert, und *der dritte gestohlen ist, die ganze Pyramide nothwendigzusammen fallen müsse. DaS merkwürdigste bey dieser Der-gleichung ist, daß die Natur gerade nach den Regeln arbei-tet, welche die pyramidalische Einrichtung erfordert. Dennman wird wahrnehmen, daß im großen Durchschnitte diemenschliche Pyramide immer nach der Spitze zu am erstenabnehme und verdorre- Je höher hinauf, je mehr schwäch-liche Gesundheiten und Uebel; die fürstlichen Söhne ver-derben sich früh, damit ihre Kinder dem Staate nicht zurLast fallen; die jungen Edelleute folgen einem so grossen Ex-empel, und man sagt überhaupt, grosse Männer erziehenschlechte Kinder. Mit Macht drängt sich Gesundheit, FleißundStärke immer von unten auf gegen die Höhe; diese ei-sernen Tugenden des untern Theils der Pyramide schiebentäglich eine Menge zum Schafte hinaus, welche dort abster-ben und wie verdorrete Zweige herunterfallen; die Haupt-städte werden immer von dem dauerhaften Pflugstande be-völkert, in der Handlung zählt man immer mehr gewordeneals erzeugte Reiche; und selbst von denGelehrten will mattangemerkt haben, daß die vom geringsten Herkommen, inihrer Jugend den mehrsten Fleiß, alö Männer' die wahreDauer zur Arbeit, und am seltensten den Fehler der Hy-pochondrie haben.

Diejenigen haben der Natur gemäs gearbeitet, die demMenschen erlaubt haben, den« Heyrathen durch ein Gelübdezu entsagen; vorausgesetzt, daß keiner zu diesem Gelübdegelassen werde, der zum Grunde der Pyramide gehört, oderbillig zu dessen Verstärkung gebrauchet werden kann; unddas ist auch mehrmalen heilsanilich verordnet worden. Manmag vagen so vieles einwenden, wie man will: so ist dochoffenbar, daß, wenn die Fürstlichen, Gräflichen, Adelichcn