Band 
Zweiter Theil.
Seite
256
JPEG-Download
 

256 Den Staat mit einer Pyrmn. verglichen.

und andrer guter Leute Ander sich wie die Geringen vermehrrctcn, die Pyramide oben so dick wie unten werden, und derSchaft seinen Grund tief in die Erde drücken würde; oderwir müßten eine andre politische Einrichtung haben, nachwelcher die jüngcrn Kinder, Stand und Wapen ablegen,und sich dem Gewerbe oder Ackerbau ergeben könnten.

DerjMilitairstand ist'zwar freylich ein grosser Abneh-mer dieser Kinder. Allein da auch dieser immer mehr undmehr heyrathet, und ein Officicr wie billig nur Officierczeugt: so wird die Aussicht immer schlimmer; und der un-terste Theil der Pyramide, der jener weichen muß, wird garausgehen, wenn ihm der Soldat, der Weib und Kinder hak,heimlich oder öffentlich die Nahrung zu entziehen gezwungenwird. Dieser letzte Bruchschade ist unheilbar; und doch wirder so wenig erkannt, daß man sogar hie und da dem Solda-ten ein Handwerk frey zu treiben erlaubt.

In den Morgenlandern, wo man nur Verschnittene zuden höchsten Posten zieht, hat man ebenfalls gefühlt, daßdie Pyramide ihr Verhältniß verlieren, und der Kopf oderKröpf zu groß werden würde, wofern man nicht der gar zustarken Vermehrung deS unfruchtbaren oder unsteuerbarenStandes der Menschen vorbeugte. Man ist aber in derWahl derMittel unstreitig unglücklicher gewesen. Nur derDeutsche, der heuteausdemBeckereinenRathsherrn,undübers Jahr aus dem Rathsherrn wiederum einen Beckermacht, hat den vernünftigsten Weg erwählt, die vielen Aus-wüchse des Schafts zu verhindern, und den Grund seinerPyramide durch Ehre und Arbeit zu verstärken. . ..