r66 Johann seyd doch so gut.
O, erwiederte der Hauptmann, daran liegt es allesnicht. Der Mensch ist ein wunderliches Thier; sein Kör-per steht unter unsrer Fuchtel, aber seine Seele nicht. Wirkönnen diese zwar auch nach unserm Gefallen regieren,aber dann wird sie immer enger und kleiner, und man kanneinem nicht befehlen, Witz und Verstand zu haben. Die-ses sind Eigenschaften , welche wir in andern auf man-cherley Act erwecken, nähren und unterhalten müssen.Wenn lch zu meinem Koch sage, schaffe mir eine Pastete:so schaffet er mir eine: dergleichen ich ihm alle Jahre einemit allen Ungewitternitt die Küche schicke. Sage ich aber:Mein guter Koch, macht mir doch einmal eine Pastete, sowie die Frau Oberstin gerne ißt, und so daß wir beyde Eh-re davon haben; so können Sie glauben, der König hatsie nicht besser. Meiner Frau geht es mit ihrem Cammer-niadgen eben so. Ist die Hexe übler Laune: so sitzt mei-ner Frauen das Zeug ordentlich und steif, aber nicht einbisgen gefällig; Sie sieht aus, wie eine Schuldigkeit inpuris nLiuralibus. Meine Frau, die dieses weiß, versäumetes daher nie, ihr, so oft sie ein wenig glänzen will, schonfrühMorgcns ein gures Gesicht zu machen, sie ihre liebeLisette zu nennen, und ihr alles Bittweise zu befehlen.Und dann lacht gewiß aus jeder Schleife, die sie ihr anlegt,eine Grazie. Dieses hindert aber nicht, daß sie nicht bis-weilen, wenn meine Frau im Nachtzeuge bleiben will, dasdumme Thier zum Henker schickt, und ihr so gleich daSHaus zu räumen befiehlt, wenn sie es nicht besser verdient.Nein; dieses muß auch seyn, man muß zu rechter Zeit dasBöse mit dem Guten abwechseln lassen, wenn jedes die ge-hörige Empfindung erregen soll.
Ey zum Henker, versetzte der Oberste, wer kann mitden Menschen solche Caprivlen machen? Ich befehle mei-nen