Band 
Zweiter Theil.
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beständigen und wohlfeilen Schaubühne. 269

lassen: so ließen sie sich alle zu allein leiten. Eines daslange nicht gut thun wollte, schickte ich ins Waisenhaus zu-rück. Es grämte sich aber dort so lange, daß ich endlichfür sein Leben besorgt wurde, und es wieder in meine Erzie-hung nahm: jetzt ist es das beste; und überhaupt machteich sie zu Prinzen und Prinzcßinnen aufmeiner kleincnSchul-'bübne, nachdem sie sich wohl verhalten hatten. Dadurchbrachte ich sie zu einem erstaunlichen Wetteifer gegen einan-der.

Ich glaube daß dieses die erste und einzige Anstalt indieser Art in der ganzen Welt ist. Zwar siebt man in Am-sterdam eine Prinzeßin aufder Schaubühne, welche des Ta-ges über Aepfelaufdem Markte verkaufen soll; und sämt-liche Schauspieler leben dort nicht bloß von der Bühne, son-dern von ihrem Handel oder von ihrem Handwerk. Auchist mir nicht unbekannt, daß die französischen Schauspieleran vielen Orten zugleich Sprach - oder Tanzmeister abgeben;und das Frauenzimmer einen kleinen Handel mit allerhandfranzösischen Putzwaarcn treibe. Der Gedanke, daß eineEchauspielecgesellschaft nicht bloß von der Bühne leben soll,ist also gar nicht neu. Aber kein Fürst hat doch noch den Ein-fall gehabt, sich auf diese Art eine eigne, sich zum Theil selbsternährende und das Geld im Lande verzehrende Gesellschaftzu bilden. Die ehemalige Bühne im Stifte zu St. Cyemuß aus einem andern Gesichtspunkt betrachtet werden.

Gleichwohl ist es offenbar, daß keine Stadt in Deutsch-land so groß und volkreich sey, um eine ziehende Gesell-schaft, die sich bloß von ihren Vorstellungen unterhaltenwill, lange bey sich ernähren zu können; es ist offenbar,daß selbst in London und Paris») verschiedene Schauspieler

Mühe

H An beyden Orten iü die Einnahme zwar sehr groß; aber dieImpressan, ziehen das Geld und bedingen manche Prinzeßin