Band 
Zweiter Theil.
Seite
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beständigen und wohlfeilen Schaubühne. 271

Schauspiels geben sollen, beruht also auf einem richtigenökonomischen Grunde, und das Aepfelweib, was zu Am-sterdam die Prinzeßin vorstellet, verdient um deswillen nichtbelacht, sondern bewundert zu werden.'

Man werfe mir nicht ein, daß Leute dieser Art schwerlichdie feine und anständige Lebensart, den Geschmack und denAusdruck, und alle die Talente erreichen werden, welche zueiner guten Vorstellung erfordert werden. Lorregio, diesergroße Mahler, dieser Fürst der Grazie und des Kolorits,starb, wie bekannt, an einem hitzigen Fiber, nachdem er zuParma die Bezahlung für ein Gemählde in Kupfermünzeempfangen und solche vier Meilen in der größten Hitze zuFuße nach Hause getragen hakte. Ohnfehlbar bediente sichLorregio hiezu eines Qnersacks; und wandelte also mit sei-nem Bündel die Landstraße; wer wird aber um deswillen ^

dem Manne Geschmack, Ausdruck und Genie absprechen?

Garrick istgewiß kein Mann von feinerLebensart; und mansollte ihn ausserhalb der Bühne für dumm und wahnsinnighalten. Dem ungeachtet ist er der mächtigste im Ausdruck,und der Mann, der sich in alle Formen bildet. Der Firnißeiner guten Lebensart ist bald erreicht, wo CmpfindungundMacht vereinigt sind; und ich getraue mir fast zu behaupten,daß die eigentliche feine Lebensart der Kunst mehrfchcidkichals vortheilhaft sey. Es sind mehrenthciis hohle FigurenimtcinercrschlaftenSeele, diekcineMuskelanstrengen undkeine Nerve spannen wollen; welche nach dem Rath desRiecobini sich in der scheinbaren Hitze einer großen Leiden-schaft bey kaltem Blute waren, und aus Besorgniß ihrezarte Lunge zu verderben, kein Gewitter im Busen tragen,viclwcmger abcr solches nach Gefallen donnern und schwei-gen lassen können; und dies ist doch die kräftige ManierGarricks. Ueberhaupt aber «st es auch in diesen, Verstände

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