2/r Nachricht von einer einheimischen,
wahr, daß das Kleid den Mann mache/oder daß sobaldeine Person ihre theatralische Kleidung anzieht und auf derBulme erscheint, eine ganz neue Seele in ihren Körper fah-re, und die größte Blödigkeit sich oft in die anständigsteDreistigkeit verwandle.
Eine theatralische Erziehung wird aber durchaus erfor-dert ; und wenn eincPcrson diese zugleichmit erhaltenhat:so mag sie hernach Blumen, Handschuh oder Aepfel verkau-fen ; es schadet solches ihren Talenten nicht. Und hieraufist der Plan von meinem neuen Sparta gegründet. Wieviele Wittwen, die heimlich nach Brode seufzen, wie vieleMänner, die des Morgens etwa zwey Suppliquen zu ma-chen, oder zehn Barte abzunehmen haben, wie viele Frauen,die keinen Flachs zum Spinnen habe», wie viele Madgen,die keine Gelegenheit wissen, ihren Eltern etwas zu erwer-be», könnten hier auf solche Weise sich in dreyen Abend-stunden eine angenehme Beyhülfe erwerben, wenn sie dieseErziehung gehabt hatten? Und wir beruhigend würde esfür den Patrioten seyn, wenn er mit dem Gelde, was ersolchergestalt seinem Vergnügen aufopferte, zugleich eineredliche Familie ernährtet
Die Kleidungsstücke, welche eine solche Gesellschaft ge-braucht, ließen sich bey einer so sparsamen Einrichtung mitder Zeit leicht erübrigen und anschaffen, besonders wenndie Einnahme keinem Manne,der wiederum davon leben will,sondern einem öffentlichen Bedienten für eine geringe Zulageanvertrauet würde? Die erste Auslage für meine Anstalthat der Fürst gethan, und ich halte sie besser angewendet,als irgend eine andre, die zu einem Feuerwerke oder zu einerandern Art von Lustbarkeit verwendet wird, Die Bühneerhalt das Waisenhaus und genießt dafür so viel als es
billiger