zo4 Wie viel braucht man um zu leben?
Rathe, ein paar Secretarien und verschiedene Unter-bediente nothwendig erfordert; diese Departementsforderten sodannlbesondecc Zimmer, Archive, Acten,Rechnungen und Berichte; die Mitglieder derselbenbeeiferten sich um die Wette, »m die Sachen in dieschönste Ordnung zu bringen, sie erfanden die deutlich-sten Formulare, Rubriken, Tabellen, und hundert an-dereDingc, wozu immer mehr und mehr Hände, im-mer mehr und mehr Papier, immer mebr und mehrgeschickte Leute erfordert wurden. DerThorschreibcr-dienst wurde zu einer Wissenschaft, und der Untervogtmuste einen zierlichen Bericht zu erstatten im Standeseyn. Euer Fürstl. Durchlaucht waren zu dieser Ord-nung erzogen; Sie verbesserten dieselbe noch in vielenwesentlichen Stücken, und ich gieng als ein altcrMannmit dem vergnügten aber auch traurigen Anblicke" aus Dero Diensten, daß meine Arbeit unter fünfzigPersonen vertheilet wurde. Indessen habe ich mir neu-lich den Generalctat von der jetzigen Einnahme vorzei-gen lassen, und gefunden,daß Höchftdieselbcn jetzt jähr-lich zehntausend Thaler mehr, wie der Herr Großva-ter einzunehmen, aber auck funfzigtausendThalermehcfür die Dienerschaft auszugeben haben, als wie ichCanzler mit meiner Besoldung von fünfhundert Tha-lern war, und einen Schreiber hatte, dem hundertThaler in Gnaden gereichet wurden ....
Aber, sagte der Fürst, es ist doch nicht möglich, daß ichetwas von dem allen einschränken kann. Ein Militairde-partcment ist unentbehrlich, weil es mit Leute» besetzt seynmuß, welche das Militairc aus dem Grunde verstehen. DaSCammerdepartement erfordert unstrcitg seine eignen Leute,und diejenigen, so dabey stehen, haben alle Hände voll zu
thun;