Wie viel braucht man um zu leben? Zc>5
thun; ebne ein Justizdepartement kann kein Land bestehen,wie vielen Ungerechtigkeiten würden sonst meine armen Un-terthanen nicht ausgesetzet seyn? Das geistliche Departe,ment laßt sich mit dem weltlichen gar nicht vereinigen; unddie Regierungsfachen erfordern warlich auch geschickte Man,ner, damit alles in der Ordnung und der Friede mit de»Nachbareu erhalten werde. Das Hofdepartement ist inallen Landern von den übrigen gctrennet; der Stall, dieKüche, der Keller, die Capclle, das Theater, die Jagd, dieHofgebaude, die Garten, die Lustbarkeiten—wollen durch-aus besondre Leute, und ein Marschallamt; der geringsteEdelmann in meinem Lande hat ja seinen Secrctar, Obec-verwaltcr, Unterverwaltec oder Kornschreiber, seinen Haus-hofmeister, seinen Cammcrdiener, seinen besondern Braten-Pasteten- und Suppenkoch, seinen Haushaltungsgegen-schreibet, seinen Kutscher, Postillon und Vorreuter, seineJager, Bediente, Läufer,... Wie will ich denn mein An-sehen unter diesen behaupten, wenn ich mich wie mein Groß-vater mit einem Canzlec begnügte, und die Departementsdagegen eingehen ließe?
Dieses ist auch Meine Meinung nicht, versetzte der CaNj-ler, ich habe weiter nichts sagen wollen, als daß ein Fürstwider die schöne Ordnung und wider das viele simplistciren,welches sich unter der Dienerschaft immer mehr und mehrausbreitet, auf feiner Hut seyn müsse. Eine grosse Biblio-thek kann und muß nach den Wissenschaften geordnet wer-den. Man wählt billig für jede Klasse ein besonders Repo-sitoriuin, und in dem Bücherverzeichniß ein« besondre Ru-brik. Wenn man aber dieses bey einer kleinen Bibliothekthun will; so kommt unter jeder Rubrik und in jedes Re-positorium oft nur ein einziges Werk; und es wird aufdiese Art viel Papier, viel Holz und Raum verschwendet.
U 2 Eben