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1-2 (1826) Vom Geist der Ebräischen Poesie / J. G. von Herder
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V o rred e.

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bald mit feurig.« eifernder Beredsamkeit, bald miteiner Milde, die das zarteste Herz erlabet, zu spre-chen wußte. So war auch sein mündlicher Ver-trag.: nicht lcrmeNd und schreiend, mit Ruhe undedclm Anstand sprach er durch den Verstand ansHerz, einhüllte mit tiefer Menschenkenntniß feintGeheimnisse, entdeckte die Irrthümer in ihren ge-heimsten Schlupfwinkeln, und gab - nicht insBlaue hinein gcncralisirend, sondern mit beständi-ger Anwendung auf individuelle Situationen des Le-bens so treffend Rath, Trost, Lehre, Ermun-terung, daß man oft glauben mochte, er rede nurmit Einem, und doch war es Vielen gesagt*)

So, mit diesen Worten, wurden sie aber Nichtgehalten, sonder» für Freunde geschrieben, welchesie von ihm begehrten.Dieses" (schrieb er 1776einem Freunde in der Schweiz, dem er auf Begeh-ren einige schickte)dieses sind nicht Predigten, wieSie sie da sehen. Ich predige, so viel ich kann,populär. Dieses ist nur das Schema für eine Per-son, die darum gebeten, und die mich in dem kür-zesten Düchccausdruck verficht. . . Ich kann keinePredigt vor dem Pult schreiben, sondern predig«nur nach Entwürfen. Was ich nachher aufsetze, ist als»Abhandlung, mit allem Gezwungnen, was meine.Schc,flsiellerey hak, oder Entwurf und Erinne-rung. Bewahren Sie sie für sich, denn ich zvillund kann von keiner Predigt als Mustek oder Bei-spiel fürS gelehrte Publikum wissen."

*) Sturz Beschreibung seiner Predigten in Pyrmont,s. in beste» Schriften.