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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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IX.

Das Recht des Rezensenten. *)

1748 .

^er Verfasser einer gelehrten Zeitung sollte billig un-bekannt seyn, warum soll er an sich selber büsscn, wasdem allgemeinen Publiko zum besten geschiehet?

Einige haben gemeint, man müße in gelehrten Zei-tungen bloß den Inhalt des Buchs dem Leser bekanntmachen, und weder loben noch Fehler anzeigen. Dasletztere lasse herrschsüchtig und verursache Streitigkei-ten , das Loben aber wäre schmeichlerisch.

Aber der Nutzen des Pübliet spricht anders. Durcheine übelverstandene Gutherzigkeit würden solche Blät-ter vollkommen ohne Salz ohne Kraft und Würkung,und eine unnöthige Last der Presse seyn.

Man setze, wir zeigen Gellerts Fabeln der Weltauf diese Art an. Ein Hut sein Greis, die Nachti,galt und der Kukuk, die Nachtigall und die Lerche.Wird der Leser etwas wissen , wenn er diese Titelweiß. Kann nicht der elendeste Sänger auf eben dieseVogel und Fabeln fallen, und muß nicht ein Unter-schied zwischen Gellerts Fabeln und zwischen den Fa-beln eines S-seyn ?

Wenn wir aber sagen, der Greis rührt uns und er-regt mitleidige Thränen , die Nachtigall und die Lerche

*) Vorrede zu dem -74-1. Jahrgang der. Aöchingischen ge^

lehrten Zeitung." .