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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
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stye, und zur Freude, zur Traurigkeit, zur Verwun-derung u. s. f. gehören kann. Die gehäuften Figu-ren sieht er als die vornehmsten Unterscheidungszeichender Poesie von der Prose an; und diese Figuren findenselbst in der natürlichen Sprache der Affekten Platz. Erzählt auch die Versetzung der Worte unter die Merk-male der poetischen Schreibart, und ist darinn einerganz andern Meynung als unsre Antiparticipianer.Den Nachdruck dieser veränderten Ordnung beweiseter mit ausgesuchten Stellen des Corneille und andrergrossen Dichter, und verachtet den furchtsamen Syn-tax der prosaischen Poeten.-Er vertheidiget

die Lehrgedichte, unter welchen sein eigenes äe la Reli-gion einen so vorzüglichen Rang verdient. Virgils vierBücher vom Landbau sind ein unwiederrufliches Zeug-niß , daß ein Lehrgedichte edel, erhaben und reizendseyn könne. Er zeigt ferner, wie die alten Dichter sichbeflissen der Natur nachzuahmen, und wie genau dieAndromache, die Iphigcnia, und die Phaedra des Eu-ripides nach dem Geschmacke und den Vorurtheilen derAthenienser eingerichtet gewesen. Seine Warnung ,das Trauerspiel sey ein Gespräch, und daß folglichallemal die redende Person und nicht der Dichter spre-chen müsse, ist von uns schon öfters den deutschenDichtern wohlmeinend gegeben worden. Sie sollen un-gekünstelt reden, denn sie sind Menschen, aber edel,denn sie sind Helden. Hr. R. vergleicht hierauf mit dengriechischen obcnbenamiten Trauerspielen diejenigen,