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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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die sein Großvater über eben dieselben Geschichten ge-macht Hat , und zeigt, daß er so genau sich nach denfranzösischen, Sitten und der Art zu denken gerichtet,als jene Alten nach der Griechischen. Wir wünschten ,daß Hr. R. überall eben so billig vom Milton geur-theilt hätte, wie er bey gewissen Gelegenheiten gethan.Wir wissen noch nicht, worinn Hr. R. findet, daß Mil-chn Goll und den Engeln unanständige Reden in denMund gelegt. Doch gesteht er, daß Milton uns er-hebt, das kein Lasso kann: obwohl ce mit mindererIMHeilskrafl gleich daraufdas erhabene im Milton demHomer, und das, was ihm nicht gefällt, dem durchden kalten Himmelsstrich gelähmten Geiste Miltons zu-schreibt. Was er vom Genie sagt, ist mehr mahlerisch,als philosophisch. Er beschreibt ein Genie dadurch, daßes in seiner Art ausnehmend seye. Uns scheint aber Genieetwas ganz anders zu seyn. Der Mann, dem manGenie zuschreibt, muß durch die Natur zu einer gewissenKunst oder Wissenschaft vorzüglich tüchtig gemacht seyn;und er muß seine Mühe und Fleis eben auf diesen Vor-warf gewandt haben, den ihm die Natur zugedacht hat.Wir schließen mit dem edlen Gedanken des Hrn. R.daß ein Achter nur in so ferne lobenswerth sey, alser nützlich E. ,