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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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S8

Hauptsatz ist, daß der Mensch nicht die Lüste des Lei«des zu seinem Hauptzweck zu wachen hat; der Beweisist leicht, sie zerstören den Körper, den sie vergnügensollen. Bey dieser Gelegenheit hat Hr. H. einen eig-nen Gedanken. Er glaubt, die Sündfluth habe dieNatur der Nahrungsmittel verändert und eben dar-aus sey die Verkürzung des Lebens entstanden. Ge-gen die Thiere zeigt er viele Liebe, und läßt fast un-gerne zu, daß man sie zur Speise gebrauche. Obaber die Jsraelitcn, wie er meinet, 40 Jahre langkein Fleisch gegessen, scheint sehr zweifelhaft, wennman zumal die vielen Opfer betrachtet, die zum Theilvon den Priestern und zum Theil von den Opfern-den verzehrt werden müssen. Hr. H. durchgeht hieraufalle Theile der Sittenlchre. Er zeigt ganz leicht ,daß eine unumschränkte Freyheit in der Wollust tau-send Unglücke auf die Länder in Afrika und Amerikabringt, wo sie herrscht. Er hat einige Neigung zumeinzelnen Leben, wenigstens für fromme Leute. Ebenso ernsthaft zeigt er sich bey dem Vergnügen des Ver-standes Er erlaubt nicht, daß man sich demselbengar zu sehr ergebe, er schrenkt selbst die Begierde zulernen, und nützliche Künste zu treiben ein, weil siedoch endlich uns mit einem allzugrossen Gefühl unsererWürdigkeit anfüllen. Noch viel weniger erlaubt erdir Ehrsucht, nnd er folgt hierum dem besten Führer,dem Heiland. Die wahre Ehre des Menschen selbstin dieser Welt, und m den Wgen verdorbener Kit-