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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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dächtniß ist eine schwache Empfindung, und die Ein»bildung eine andre, die eben so stark ist, als sie war,da sie zuerst im Sinne entstund, und die wegen ihrerStärke uns als gegenwärtig vorkömmt. Das Wi-derentstehn einer Empfindung geschieht nicht, weil sieim Leibe, oder in der Seele, aufbewahrt worden ist,sondern, weil die Bewegung, die die natürliche Ur-sache derselben ist, im Gchir-ne wieder hervorgebrachtwird. Alle Leidenschaften sind nichts als Eigenliebe,und alles was die Seele liebt, sind nur solche Zu-stande in ihr selbst, deren Gegenwart ihr angenehmist. Man lernt abstrahlten, indem man aus vielenangenehmen Empfindungen alles ausläßt, was sie ver-schiedenes haben, und nur dasjemge, was ihnen ge-mein ist, nemlich die Anmuth behält. Unser Abtglaubt , bey Gelegenheit der Zahlen, unsere Fähigkeitgehe nicht weiter als auf drey, und man könne .sichnicht vier Einheiten auf einmal deutlich vorstellen;alles jenseits drey sey folglich eine unbestimte Menge.(Sollte man sich nicht einen Würfel mit 4 - und 6Augen in der Einbildung vorstellen können). Nachund nach steigt die Statue unsers Verfassers, wiechmals Hai Ebn Iockdhan, zu einer Staffel der Er-kenntniß nach der andern. Sie lernt, was eine vergamgene, und was eine zukünftige Folge ist. Die Dauerist noch durch nichts anders, als durch die Folge derBegriffe bestimmt, und da die Anzahl derselben in«wey Menschen niemals die mmliche ist, ist auch