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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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die Lange der Zeit nie für zwey Menschen die gleiche.Ja es könnte seyn/ daß eine merkurialische Welt ineinem unsrer Augenblicke ganze Jahrhunderte zählte.Der Traum unterscheidet sich dadnrch / daß die Be-griffe nicht in der gleichen Ordnung bleiben/ und dieLust nicht das Gesetz ist/ wodurch die Einbildung re-'giert wird. Das Ich der Seele ist die Summe derEmpfindungen / die ihr das Gedächtniß zurück ruft/und deren / die ihr gegenwärtig sind. Nach dem Ge-rüche folgt das Gehör / und der Zustand eines Men-schen / der nur diesen Sinn besitzt/ und die Töne thunungefehr die nemlichen Dienste/ die die Gerüche thaten.Wenn sich aber beyde Sinne mit einer Seele verbin-den/ so gewinnt sie eine doppelte Art zu seyn/ undlernt besser abstrahiern u. s. f. Ader nun folgen desVerfassers Gedanken über das Gesicht / die ihm selbstsehr neu und fremd vorkomme»/ aber eigentlich dochdes Bischofs Berkleys seine sind. Also leugnet er/daß dieser Sinn einen Raum oder eine Ausdehnungunterschefte / und lehrt / die Seele sehe nichts alsFarben / und diese in ihr selbst/ zuerst eine / die einenVorzug an Anmuth hat/ und hernach die andern/ end-lich aber aste zugleich. Hierans nun entsteht allerdingseine Art einer Ausdehnung / wenn die Seele Farbenneben Farben/ und ein ganzes fleht/ dessen Theile diebesondern Farben ausmachen. Wenn nur eine Farbewäre / so würde die Seele nicht unterscheiden / ob diegefärbte Fläche grösser oder kleiner wäre. Auch von

vielen