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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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schränkt, ein Apfel, ein Weibchen und der Schlafsind alles was er bedarf. Alles dieses findet er ohneMühe, und ohne Sorge, und folglich quält der Mor-gen sein Heute nicht. Auch ist er nicht so böse, als ihnHobbes gemacht hat. Es bleibt ihm, wenn man ihnvon allem entblöffet, was er vom geselligen Lebenborget, dennoch das Mttleiden, und dieses ist, wiealle natürliche Triebe, bey ihm starker als bey unSverdorbenen bürgerlichen Menschen, (wiewohl unserPatagon eben nicht gar viele Proben eines Mitleidcnsoder einer Freundlichkeit von sich gegeben hat.) Erist sonst nicht begierig andere zu beleidigen, und alsominder boshaft als verwildert und scheu. Die Liebewird ihn nicht mehr plagm als seinen Nachbar,pen Bären: denn für ihn ist keine Schönheit, unhein Weib so gut als alle; und glücklicher Weise be-fällt die Brunst die Menschen nicht alle auf einmal,wie die Thiere; als woraus eben ein allgemeiner Hob,besischer Zustand unter den Thieren entsteht, vonwelchem die Menschen sicher sind. Ein anders Un-glück, von welchem diese glücklichen Wilden frey sind,ist die Knechtschaft in allen ihren Staffeln unh> Ver-kleidungen. Keine ist. den Wilden möglich, weil keinMensch in der glückseligen Wildheit des andern be-dürftig ist, und in der That kennen die Thiere dieseüble Folge des geselligen Lebens nicht. Nach diesemGemählde des freyen Zustandes des Menschen, folgetdie Art und Weist, wie er sich aus demselben in