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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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drigt, oder auf eine unwahrscheinliche Weise derepische Styl einer Person in den Mund gegeben wird,wohin er sich nicht schickt, da er in der Feder desDichters an seinem Orte ist. Denn wenn brauchtein Fürst in seinen Reden Gleichnisse, Metaphoren unddergleichen Zierrathen, die nicht ohne Ueberlegungund Arbeit können erfunden werden. Uns gefällt,daß Vida, ganz ehrlich, die niederträchtigen Gleich,nisse des Homers, und die langen Reden in denSchlachten mißbilligt, und es für keine Schönheitansieht, wenn eben die Worte wiederholt werden.Odini Anmerkungen werden im ursprünglichen Lateinhier abgedruckt.

4. Boiieau. Man kennt feine gefeilte und müh-sam ausgcschliffene Art Verse vollkommen zu machen.Sie erscheint hier in ihrer Vollkommenheit. Aberauch hier suche man nichts aesthetisches, nicht einmaleinen recht gereinigten Geschmack. Malhcrbe warder Mann nicht, Helden würdig zu loben; und dieverbuhlten Verse des Horaz gehören nicht zur ächtenOde; ein Sonnet ist auch ein Spielwerk, dem wirniemals den Vorzug unter den Gedichten geben wür-den. Eben so wenig schranken wir das Heldenge-dicht in die Götter der Fabeln ein; aber Boileauhatte den Namen des Mrlton, auch des Addison's,nie gehört. Und wie füllt des Achilles Zorn eineJlias an? Weil der Dichter zwanzig Schlachten er-zählt, und in ieder die Umstände aus einander setzt,wie jener durch die Leber und dieser durch den Hals