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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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dem Leibe geschnitten ist. Muß denn nicht offenbarfolgen, die Faser, zumal die Muskelfaser, habeeine innere zusammenziehende Kraft, die ohne Nervenwirke, obwohl die Ncrvenkrast eben die Fasern derMuskeln in eine gezwungene oder auch willkührlicheBewegung setzen kann. Wir erkennen auch die Fol-gen der Leidenschaften nicht für willkürlich; ob siewohl mit einem Zustande der Seele verbunden sind,so hängen sie doch nicht vom Willen ab. Wederdas Erröthen in der Schaam, noch des Spritzendes Speichels in der Begierde, noch das Schaudernin der Furcht sind Thaten der Seele; sie geschehen über-aus oft wieder ihren Willen, allemal aber ohne den-selben; und eben auch ohne das Zuthun des Willensschlägt das Herz in den Leidenschaften heftiger. DieserStreit wird hin und wieder gegen den Hrn. v. Hak-ler erregt, der aber blos nach seinen Versuchen ge»schrieben hat, weil doch keine Folgerung noch Schlüssedasjenige unwahr machen können, was die Sinn-ebeweisen. Allerdings ist das Athcmholen eine Thatdes Willens. Von den sinnlichen Trieben handeltHr. U. umständlich. Im zweyten Theile schreibter von den Nerven, Kräften, oder von denunwilt-kührlichen Bewegungen , die weder aus den allgemei-nen mechanischen Gesetzen zu erklären sind, noch auchvon den Kräfte» der Seele abhängen. Hr. U. findetleicht aus den Versuchen , daß die Reizung der Ner,ven sehr oft in allen mit denselben verbundene Ner-

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