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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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immer tiefer, und glaubte endlich gar nichts mehr,um nicht zu irren.

Ich glaube mit Recht zu den Ausschweifungen-es menschlichen Verstandes, zu seiner Übermäßigkeit<denn die glückliche Sprache unsers gemäßigten Va-terlandes hat keine rechten Wörter für Lxcäs undCsxrice,) die Gewohnheit rechnen zu können, alleHypothesen, alle Systeme zu verachten; eine Gewohn-heit , die immer mehr und mehr zunimmt, und diedem menschlichen Geschlechte schädlicher werden kann,als die Träume der Schulweisen nimmermehr habenseyn können.

Der Mensch ist von Natur faul, seine träge Kraftsenkt ihn mit einer ew gen Gewalt zur Ruhe. Allewilde Völker, die sich den Trieben der Natur wehrlosüberlassen, sind zu aller Arbeit äusserst vcrdrüßig, siehucken guf der Erde, sie schmauchen Toback, sie schla-fen in ihren Hängebetten, und würden niemals auf-stehen , wenn sie der Hunger und die Noth nicht ausihrer Gemächlichkeit triebe.

Die Europäer haben mehrere elastische Kräfte,die ihre Schuftigkeit stöhrem Der Ehrgeitz, dasExempel, die Scham, die Ermahnung, die Neubc-gierde, lassen ihren Verstand nicht so Drache liegen,wie bey den Völkern, die für Ehre und Weisheit ker-nen Namen haben. Aber alle diese Triebe find nochkaum stark genug, uns zu der schweren Arbeit anzu-feuern, die die Nachforschung der Wahrheit erfordert.

G -r