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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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Im scharfsinnigen Italien, im tiefdenkenden Spanien,ruhen tausend und tausend fähige Köpft, unter demSchatten des Aberglaubens und der Gewohnheit, undverträumen ihre Kräfte.

Noch wallen doch die Gemüther der Europäervoll Ehrbegierde, nut der Liebe zur Neuigkeit, dieLinnäus als das hauptsächliche Vorrecht des Menschenansieht, womit er sich über die Thiere erhebt, undwodurch er der Bezwinger beyder Welten, der natür-lichen und derjenigen geworden ist, die er selber auf-geführet , und dre Theorie genannt hat.

Man stelle sich nun eine Zeit vor, wo aus ganzEuropa alle willkürliche Meynungen, alle Hypothesengänzlich, nach dem Wunsche vieler neuern Weisen,verbannet sind; man nehme die Sätze dieser des mensch-lichen Herzens nicht recht kundigen Geometern an: daßDer Mensch die innere Natur der Dinge zu kennenunvermögend sey; daß wir nichts zu hoffen haben, alsdie Wahrnehmung einiger Erscheinungen; und daßdie Wahrheit in einem Abgrunde liege, über welchenwir keine Brücke haben.

Was wird wohl die Wirkung dieser Sprache derVerzweiflung seyn, wenn sie die Oberhand gewönne?Eben die, so die erkannte Unfruchtbarkeit eines neuenLandes hat. Sobald der reisende Waghals kein Gold,keine seines Wunsches würdige Waare an dem ungast-freyen Ufer mehr hoffet, so verläßt er die angefangeneEntdeckung, niemand verfolgt die ersten Unterfuchuw