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lehren ein ganzes Volk dencken, und sich nur durch dieUeberzeugung leiten zu lassen. (1767. S. 1224.)
X. Es ist nicht wohl möglich, in einem Lande,wo man eine einzige Sprache lernt, ein historischesoder dahin einschlagendes Werk nur in einer mäßi-gen Vollkommenheit zu schreiben; und der Abbe Larn-dert gibt einen neuen Beweis, wie weniges Recht dieFranzosen haben, andere Völker als Schmierer undunverständige Sammler zu verachten. (1751.)
XI. Ohne die Kritik wird keine Nation jemals dasUebergewicht in Werken des Witzes erhalten. Undes ist sehr wahrscheinlich, daß die wenige Aufnahmeder Dichtkunst in den. hundert nach Opizen verflos-senen Jahren, den Mangel der wahren Kritik zurvornehmsten Ursache habe. Auch gute Köpfe, wieLohenstein und Hofmanswaldau , liessen sich durch dieGeduld der Leser verleiten, bald hart und schwül-stig und zur Unzeit gelehrt und metaphorisch, und
bald wieder unkcusch und matt zu seyn.-
(1777. S. ;26.)
XII. Oft fällt es den Franzosen ein, ihrer Nation dieVerbesserung des Gcschmaks unter den Deutschen, zuzuschreiben. Aber die poetische Mahlerey, die die Alls-länder selbst als einen Vorzug der Deutschen erkennen,konnte man gewiß den Franzosen nicht absehen, Wirwissen hingegen, wie grossen Antheil die englischenUrbilder an dem verbesserten Geschmacke der erstendeutschen Dichtern gehabt habe, die es gewagt, sich