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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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dir erzwingen, sondern wenn ich je wieder indie Welt treten soll, alles nach deinem heiligenWillen geschehen. Zeige mir selbst deine Wege,und laß mich-deinen Rath erkennen. '

»8 May. In der grossen Ruhe worinn ich mich be-finde, sollte ich billig Gott für alle das Gutedanken, das er mir bescheret hat. Er hat meine- - zeitliche Umstände so gebessert , daß ich keinenUeberflnß, aber auch keinen Mangel habe. Erhat meinem Gemüthe alle erforderliche Kräftegegeben , meine Pflichten zu kennen, und meineVerbindlichkeit gegen das grosse Wesen einzuse-hen. Kinder, Haus- Stelle, alles sind Gaben,''' die ich theils nicht verdient , theils nicht anderswünschen könnte. O Erbarmer lehre mich dieseGüter nach deinem Willen gebrauchen!

L4 May. Ich bin heute sehr kuhig und zufrieden;weil ich an'der Macht der Paßionen einige Ab-nahme gefunden. So sehr ists wahr, daß wirniemals ärmer sind als wenn wir reich werden,und daß man Niemals ruhiger ist, als wenn manvöllig nichts hat. D daß ich mich' Gott völligergeben und in den Stand der Kindschaft tretenkönnte — dann' würde mein Leben ein beständi-ges Wvlleben seyn.

-6May. Ich lebe nun stiel ruhiger. O, 'daß ichdoch recht glaubte, ' daß die Menschen je Mehrsie über die Nothdurft Güter erlangen, je mehr