O so werf ich mich elend , unwürdig, vonmeiner Undankbarkeit überzeugt, zu deinen Füs-sen, ewige Liebe! Du hast versprochen, die Trüb-seeligen, die Beladenen, anzunehmen. Ach derbin ich, sowohl weil ich mit vielen Sünden be-schwert bin, als weil ich diese Last nicht fühle,wie ich sie fühlen sollte; weil ich gegen dich-o Gott! kalt und ohne kindliches Zutrauen bin.
19 Aprill. Heute begehet man die Feyer des aufer-standenen Jesus, den Tag, der das Siege!auf die Göttlichkeit seiner Sendung drückt —den Tag, auf dem unstr Glaube ruhen, und unsreHoffnung sich gründen soll. — Ein grosser Tagfür das Menschengeschlecht! Ein grosser Tag auchfür mich, der ich eines Erlösers so sehr benöthi-get bin.
Wie billich wäre meine Freude, wie natürlichwäre es, wenn ich mit einer unendlich grösser»Theilnehmung diesen Tag begienge, mit derman einen Tag begehet, an welchem man ehe-mals einer grossen Lebensgefahr entronnen ist!
Wie viel mehr Ursache hätte ich noch, der ich eineso beschwerliche und drohende Krankheit erlittenhabe, wo kürzlich mir der Tod, das Ende der Gna-denzeit so nahe gewesen ist. Wie unbegreiflich kaltbin ich bey so vielen Anlässen zur Rührung; ich,der sich sonst in geringern Umständen so gerührtfindet und Thränen vergiessen kann.