rrAprill. Heute m,d seit einigen Tagen finde ichmich ganz trocken und fühllos, unempfindlich fürdas gerettete Leben, für die gröstentheils herge,stellte Gesundheit, für die Aufweckung zu demeinzig nothwendigen Geschäfte. Meine ganze Re-ligion dünkt mir nur auf den Lippen und indem äussern Verstände zu haften, denn mein Herzist mürrisch, unzufrieden, und ohne Glauben.Dennoch soll ich dir, o du höchste Güte, dan-ken , daß du meines Lebens im Lauf meinerSünden geschont, daß du mich mcht dahin ge-rissen hast, daß mir Zeit gelassen worden ist,mich umzusehen und zum Einzig - Nothwendigenzu bereiten, weil es noch Zeit ist, weil die Kräf-te meiner Seele noch im Stande find. — Den-noch sollte ich im Staube danken, daß mich diehimmlische Güte der Herrschaft despotischer La-ster entzogen, und mir den erträglichen Zustandgegönner hat, in welchem ich beten und seineGnade flehen darf. —
Meine Unzufriedenheit wird die Natur derDinge nicht ändern — dennoch wird meine Stun-de ablaufen; dennoch werde ich näher an denRand der Ewigkeit kommen; dennoch wird ohnedie Gnade Gottes keine ruhige Stunde in mei-nem Leben und noch weniger in der Ewigkeitfür mich seyn.