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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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ganz niedergeschlagen. Aber wie steht es ummeine arme Seele? Was ist für diese zuthun?Geduld und Hoffnung wären die besten Mittel.O mein Erbarmer, vcrhilf mir dazu. Ich flehedich mit Inbrunst dafür an. Beruhige meinebeängstigte Seele/ daß sie die Schrecken des mirso nahen Todes besiegen könne. Erbarme dichmeiner/ o mein Heiland, stoß mich nicht vondir, ich flehe dich im Staube für deine so mäch.tige ^Vermittlung an!

4,'Dec. Ein wichtiger Tag. Nach dem man meineKrankheit geringgeschätzt und die Beschwerde aufd?r Brust niemals für etwas wichtiges hat an-sehen wollen/ so entdeckt man mir jetzt plötzlichdie nahe Gefahr, aber unter einem andern Ti-tel, obschon das , was ich fühle, das vorige ist.So werden meiner Tage hier auf Erden nurnoch wenige seyn, und wahrscheinlich ist es dasleztemal daß ich die Feder führe. Ich kann esnicht vcrheelen, der Anblick des mir so nahenRichters ist mir furchtbar; wie will ich vor ihmbestehen, da ich noch nicht auf die Ewigkeit sovorbereitet bin, wie mich dünkt, daß jeder Christes styn sollte. O grosser Erbarmer! ich werfemich in deine Arme; du hast mich in dem Laufemeines Lebens mit so unbeschreiblicher Geduldund Nachsicht getragen; 0 erzeige mir die gleicheGnade, wenn ich vor deinem Richterstuhle er-scheine. O mein Heiland, sey du in diesem für