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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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chen zum Betrügen zugehen, die nur möglich seynwerden. Warum sollte ich nicht betrügen? für meineVerfälschung der Waare gewinne ich, es ist meinePflicht zu betrügen, denn es ist mein Nutzen. Diefast ganz religionslosen Chincscr üben diese Theoriebekanntlich in aller ihrer Vollkommenheit aus.

Die neuen Philosophen werden über den Besitz derGüter miteinander streiten; wie hart wird nicht einjeder bey der Behauptung seiner Rechte seyn, daalles ihn anspornt, dieselben zu behaupten, und ihnnichts zurückhält? Wir geben zu, es werden nochRichter seyn; aber diese Richter kennen kein Recht,keine Ehre, keinen Gott; sie sind Menschen und Athei-sten, die nicht durch ein Hirngespinst der Tugendund Ehre, sondern durch das wesentlichste Gut, dieWollust, glückseelig werden wollen. Warum sollendiese von Vorurthcilen freye Richter nicht die grös-sere Bestechung vorziehen, und denjenigen glücklichermache», bey dessen Glücke sie das ihrige selbst finden?

Der Stolz des einen stößt wider den Stolz desandern; die Wollust des einen sucht ihr Vergnügenwo der andere; die Gränzen sind dem begierigen Nach-bar zu enge und unbequem. Rache und Haß wirdalle Herzen trennen. Ein jeder will alles, er hatein Recht zu allem, ein jeder ist ein Feind aller an.dern Menschen. Das Gift wird unbequeme Väterund Verwandte, und unangenehme Ehegatten weg-räumen; der Dolch eines erkauften Mörders wird

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