entgegenstehenden Laster; eine durchgängige Liebe derKinder, der Freunde, der Armen; eine allgemeineweit vorzüglichere Gerechtigkeit; ein fast unbegreiflicherGehorsam gegen die öfters unbarmherzige Obrigkeit;eine ununterbrochene Treue in den Kriegcshecren,herrschet noch fast in der ganzen Christenheit. Wieviele Arme werden noch gespeiset; wie viele Krankegepflegt; wie viele Waisen erzogen; wie manche auf-steigende Begierde zur Rache, zur Unkeuschhcit, wirdnoch durch das Gewissen, durch die dem Gemüthegegenwärtige Erinnerung an Gott, gebrochen? Undwie mancher Mensch bleibt, eben darum ein guterBürger, ein liebreicher Ehemann, ein zärtlicher Va-ter, ein nützlicher Magistrat, weil er ein Christ ist?
Viel allgemeiner, viel reiner würde das Reichder Tugend unter den Menschen sey, wenn mehrereChristen wären; wenn die Menschen die grossen Wahr-heiten der Ossenbahrmig ihrem Gemüthe tiefer ein-drückten ; wenn sie bey sich die Religion zur Kraftkommen lassen wollten. Die Vergleichung eines derwahren Religion zugethanen Staates, und eines an-dern, wo die Freygcisterey herrschet, ist ein augen-scheinlicher Zeuge für uns.
Engelland war unter der grossen Elisabeth, und spä-ter, noch fast gänzlich frey vom Unglauben. Die gröstenGeister dieser Zeit, ein Verulam, und lang hernachein Milton, waren voll der tiefsten Achtung gegen