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oder r, — (Iambus) oder v ^ — (Anapäst) oder — v ^ (Daktylus) rc.(Näheres weiter unten.)
2. Proportionalität (der goldene Schnitt).
Die Stufe formeller Schönheit, welche den Gegensatz von Einheitund Unendlichkeit, von Gleichheit und Verschiedenheit zur Harmonieaufhebt, ist die Proportionalität.
Unter Proportion des menschlichen Körpers z. B. versteht man die Normal-größen der einzelnen Teile in Beziehung zu den übrigen, worauf die Gefälligkeitund Schönheit der äußeren Bildung beruht. Am schönsten zeigt sich dieProportionalität im sog. goldenen Schnitt (ssotio uursu).
Soll eine Linie ud nach dem goldenen Schnitt geteilt werden, so setztman im rechten Winkel */s u b> --- b ä an, verbindet ä mit u, trägt l, ä aufä u über ä s) und den Rest u s auf ub» — u e. Dann giebt der Punkt odie gesuchte Teilung und ist boren--- os, : nb, d. h. der kleinere Teilder Linie verhält sich zum größeren, wie dieser zur ganzenLinie, oder: der größere Teil ist in der stetigen Proportion zwischen demkleineren und der Ganzen das Mittelglied.
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Das Gesetz des goldenen Schnittes zeigt sich in der ganzen Natur, vorAllem in den Normalgrößen oder Proportionen des menschlichen Körpers. DerPunkt o befindet sich hier im Nabel. Es verhält sich also der Oberkörperzum längeren Unterkörper, wie dieser zur ganzen Körperlänge. Dasselbe Ver-hältnis findet man, wenn man den Unterkörper allein betrachtet. In diesemFall ist der Punkt o in der Kniekehle. Betrachtet man den Oberkörper fürsich, so liegt Punkt o im Kehlkopf. Adolf Zeising, der Verf. der neuen Lehrevon den Proportionen des menschlichen Körpers, weist dies Gesetz auch inMusik, Logik, Ethik und Religion nach. Es findet sich aber auch in der Dichtkunst,z. B. im Drama, wo die Umkehr (Peripetie) an's Ende des 3. Aktes denPunkt o setzt; im Sonett; in den dreigeteilten Dichtungen der Minnesinger rc.3. Gewicht ersetzt die Matze.
Für das Schöne kommt das Gewicht und fein Verhältnis zum Maß,zur Ausdehnung, in Betracht.
Der kürzere Teil muß bei einem Zusammengesetzten dem längeren dasGleichgewicht halten. Das Bedeutende überwiegt und wird meist als ein