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Liebe stammt vom Himmel oben,
Und so lehrte sie der Meister,
Welchen seine hohen GeisterIn derselben Sprache loben.
Denn beseelt sind jene Globen,Strahlend redet Stern mit Stern,
Und vernimmt den andern gern:
Wenn die Sphären rein erklingen,
Ihre Wonn' ist Schau'» und Singen,Denn Gedanken steh'n zu fern.
Stumme Zungen, taube Ohren,
Die des Wohllauts Zauber slieh'n,Wachen auf zu Harmonie'n,
Wenn sie Liebe neu geboren,
Memnons Säule, von AurorenAngeschienen leis' und fern,
Haucht so aus dem starren KernIhre Sehnsucht aus in Liedern,
Und der Mutter Gruß erwidernNur in Tönen mag sie gern.
Musik ist die Kunst der LiebeIn der tiefsten Seel' empfangen,
Aus entflammendem VerlangenMit der Demut heil'gem Triebe.
Daß die Liebe selbst sie liebe,
Zorn und Haß sich ihr versöhnen,
Mag sie nicht in raschen TönenBloß um Lust und Jugend scherzen:
Sie kann Trauer, Tod und schmerzen,
Alles, was sie will, verschönen,
(A. W, Schlegel, Werke I. S, 141.)
Wir lassen hierzu die mehr humoristisch gehaltene Bearbeitung desselbenThemas durch Uhland folgen.
Lüße Liebe denkt in Tönen,Denn Gedanken steh'n zu fern;Nur in Tönen mag sie gernAlles, was sie will, verschönen.
(Treck.)
Schönste, du hast nur besohlen,Dieses Thema zu glossieren;Doch ich sag' es unverhohlen:Dieses heißt die Zeit verlieren,Und ich sitze wie auf Kohlen —Liebtet ihr nicht, stolze Schönen,Selbst die Logik zu verhöhnen,Würd' ich zu beweisen wagen,Daß es Unsinn ist, zu sagen:
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