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Oft gewinnt er daher, wenn es der Gegenstand mit sich bringt, einensanften, hüpfenden Gang, wie folgender:
Vo entsvsbets er an den betten j vil maueren sorKondsn mau.
Zuweilen wird, anders geordnet, dieser daktylische Sprung auch ernstenGegenständen angepaßt wie z. B. der letzte Vers des 33. Gesanges:
Oin svsrt von banden leisten f cito ebünsn rsebsn Aemeat.
Eine prachtvolle, oder auch schauerliche Wirkung entsteht, wenn im Gegen-teile die unbetonten Silben fast ganz herausfallen, wie z. B. im letzten Halb-vers folgender Zeilen, die zugleich als Muster dienen können, wie schön diebacchischen Reime sich ausnehmen:
Vil Ferne värs ivlr dir j Fast mit minein sobilde,torst' iob dir'n bieten i vor Xrismbllds!
Die Versart wird auch zuweilen gebraucht, um eine malerische Wirkunghervorzubringen, z. B.
OeZen Autaren 1 die Dunove nidsr.
Reine Jamben und Trochäen sind nicht selten, doch hat der DichterSorge getragen, daß sie nie eine ganze Strophe ausfüllen. So sind z. B.in folgender Strophe die ersten Halbverse der ersten und zweiten Zeile jambisch,die sich ihnen anschließenden trochäisch, bis der Jambus, der sich nicht abweisenläßt, das Übergewicht gewinnt, und die beiden letzten Verse ganz jambischgebildet sind:
Oo suobts er naolr den verton I arider und« dan,
er borte vrmusr Fielen, § losen er beZan:
in einem sobönen brunnsn i taten da? visiu vip, ^
Die volton sieb da lrnelen I unds badeten ir lip.
Platen führt noch eine besonders kunstvoll gebildete Stanze mit ihrermetrischen Einteilung an, die fast alle Tonarten des Nibelungenliedes in sichvereinigt:
Do riet der börrs Oisslber 1 'tVöltkärtsn an:
„ove, da.2 ieb so Frrmmen > vient je Fsvan!
edel rrttsr lrüns, ^ nu v endet FSFön in;
iob vil 02 bellen enden, 1 e2 mav nistt anders Avsin."
Um den Nibelungenvers immer richtig zu lesen, (d. h. um lediglichdie Hebungen zu accentuieren) verlangt auch Platen eine nähere Kenntnisder alten Sprache, die wie die homerische sich noch in manchen schwankendenFormen bewegt. Hierher sind besonders die Eigennamen zu zählen, deren
Prosodie meist schwankend ist. So wird z. B. accentuiert: Günther und