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zehnjährige, Hoffmann von Fallersleben in seinem bekannten Abendlied, undSpitta in Psalter und Harfe (Einigkeit im Geist).
Beispiele:
a. Ich hab' mein Sach auf Nichts gestellt.
Juchhe!
Drum ist's so wohl mir in der Welt.
Juchhe!
Und wer will mein Kamerade sein,
Der stoße mit an, der stimme mit ein,
Bei dieser Neige Wein. (Goethe, Banitas.)
b. Allen ist ein Heil beschiedenUnd ein Erbtheil auserseh'n;
Darum lasset uns in Frieden,
Brüder, mit einander geh'n:
Aller Streit
Weiche weit
Aus dem Weg zur Ewigkeit. (Spitta.)
6. u d u 6 b s, 6. (Rückerts Triniusstrophe.)
Diese Strophenform finden wir bei den Minnesingern Graf Rud. vonNeuenburg (v. d. Hagens Minnesinger I. 18. 3), Gottfr. v. Nifen (ebd.I. 68. 36), Walther v. Klingen (ebd. I. 73. 5), Heinrich v. Morungen(ebd. I. 125. 14 und 127. 21), Walther von Metz (ebd. I. 310. 8).Von den neueren Dichtern hat sie Rückert in 2 Strophen seines Ehestands-idylls Bienengesumme, sowie im dreistrvphigen Gedicht An Trinius in origi-neller Weise angewandt.
Beispiel:
Alte graue Nachtigall,
Wie du dich im Scherze nanntest,
Ward dir heiser gar der Schall,
Seit du dich gen Norden banntest?
Einer, den du sonst wohl kanntest,
Lauschte gierig überall,
Ob du nie dein Saitenspiel mehr spanntest?
(Rückert, An Trinius.)
7. u 6 u 6 u u 6.
Diese von Gottfried von Nifen (v. d. Hagens Minnesinger I. 55.Nr. 29) angewandte Strophe hat Paul Heyse in seinem mit Geibel heraus-gegebenen spanischen Liederbuch wieder zur Geltung gebracht. Rückert hat indieser Strophe sein „Welt- und Lehrgebäude" gedichtet.
Beispiel aus Heyses spanischem Liederbuch:
Nun bin ich dein,
Du aller Blumen Blume,
Und sing' allein
All' Stund zu deinem Ruhme;
Will eifrig sein,
Mich dir zu weih'nUnd deinem Duldertume.