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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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stische oder bekannte Formen erwähnen, für welche dieses Schema die nach-weisbare Grundlage bildet. Vgl. das auf S. 613 d. B. Gesagte.

Dieses Strophen - Schema wurde in der Neuzeit sehr häufig verwendet.Unser mühsam hergestelltes Verzeichnis sämtlicher achtzeiliger Gedichte aller be-kannten Dichter mag beweisen, daß über aller vorhandenen acht-zeiligen Gedichte (90 "/o) in demselben gedichtet find.

Mit Vorliebe haben es gebraucht: Markgraf Heinr. v. Wizen (Minne-singer v. d. Hagens I. 13. 4), Heinr. v. Veldeke (ebenda I. 35. 2 unds 39. 24), Dietmar von Ast (ebd. I. 99. 6), Reinmar der Alte (ebd. I.

174. 1 und I. 194. 44), Burkhard von Hohenfels (ebd. I. 208. 15),Wachsmuth von Künzingen (ebd. I. 303. 3), Reinmar von Brennenberk(ebd. I. 335. 1), Christian von Luppin (ebd. II. 20. 3), von Trostberg(ebd. II. 71. 1) Brunnwart von Augheim (ebd. II. 76. 4), Nithart (ebd. II.106. 9), Ulrich von Liechtenstein (ebd. II. 33. 4).

Von bekannt gebliebenen Gedichten und Volksliedern dieses Strophen-schemaS nennen wir außerdem:

Spees Trutznachtigall vom Jahre 1634, Paul Gerhards berühmte Lieder:Befiehl du deine Wege, O Haupt voll Blut und Wunden, ferner das Volks-lied: Guter Mond, du gehst so stille (siehe Walter, Volkslieder Nr. 18),! Schreiber (in Uhlands Volksl. 263), sowie: Herzlich thut mich erfreuen (ebd.

^ Nr. 57); Die heilige Dorothea (Wunderhorn II. 325); Follens Birnbaum

auf dem Walserfeld, Salis: Der Wunsch, und dessen Frühlingslied; ArndtsVaterlandslied (Der Gott, der Eisen wachsen ließ) ic.; das belgische National-lied von Jenneval (Mit Sklavenketten uns zu binden), das berühmte vonFreiligrath übersetzte schottische Schla'chtlied (Donuil Dhu's Kriegsgesang); HöltysMailied; Körners Reiterlied (Frisch auf, frisch auf), sowie dessen Treuer Tod,Haukes Jagdlied, die von Rubens übersetzten Lieder Berangers (Die Neger,Die rote Lene, Mein Rock rc.), Eichendorffs Wanderlied Frische Fahrt, und dessenSehnsucht; Uhlands (neben dem in S. 613 d. B. erwähnten Schenk von Lim-burg) Am 18. Oktober, Die verlorene Kirche, Maientau, Die sanften Tage,Der Mohn, Im ständischen Kampfe rc.; Frciligraths Irland, Ruhe in der Ge-liebten rc.; Reinicks Sommernacht; A. W. Schlegels Abendlied; Hölderlins Gott, der Jugend; Novalis Geistl. Lieder; Fouquss Trost; Chamissos Die alte Wasch-

frau; Schenkender), Frühlingsgrust an das Vaterland; Prutz Kurze Rast, Atlantis,Vergessen, Herr Frühling, Trost der Nacht, Die tote Braut rc.; Kinkels Abend-stille, An die Auswanderer, An seinen Schwiegervater; Olbermanns Gesunken;Linggs Mondaufgang, Dodona; Roquettes Die alte Linde, Nachts, Unruhe,Wandergruß, Abendglocken; Heinr. Frauenlob; Schwabs An die Geliebte;Dingelstedts Wiedersehen, Meiner Mutter; Strodtmanns Tote Liebe, Credo;

* Herweghs Der Gang um Mitternacht; Hebbels An eine Unbekannte, Imtiefsten Schmerz, Leben; Jul. v. Rodenbergs Der betrübte Jurist, Die Arbeiterin,Marie vom Oberlande, Wenn eine Rose fällt; Wolfg. Müllers Johann vonSchwaben, Meister Tancho, Auf Markt und Gaffen; Annette von Droste-Hüls-hoffs Der Geierpfiff, Die funge Mutter. Die beschränkte Frau; Leop. Schefers