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Zu Brüssel in dem NiederlaudWohl durch zween junge KnabenHat er sein Wnndermacht bekannt,
Die er mit seinen GabenSo reichlich hat gezieret.
(Luthers Lied von zween Märtyrern, Werke 2. Aufl. 1827, V. 103.)
Vgl. nvck: „Es woll' uns Gott genädig sein" von Luther unb „Ach,Herre Gott" von Agricola. In derselben Form ist Freiligraths Ein Denkmalund Geibels schöne Dichtung Am 3. Sept. 1870 gedichtet.
13. nlzLuOuube.
Beispiel: Das Alter ist der Jugend vorzuziehn, von Rückert.
14. n 1> g, 1) 6 c: o v k.
Beispiel: Rückerts Jsts nicht besser (Kindertotenl. 115).
15. 3 l) 3 t) 6 u l: li 3 .
Von dieser Form finden sich mehrere Beispiele in Liliencrons Sammlung(288, 294, 295, 297, 302, 309, 316, 340, 350, 363, 375, 382,384, 468, 594), ferner in Uhlands Volks!. (141). Ein ähnliches Beispielhat auch Rückert geliefert (Kindertotenl. 312), wobei er nur die beiden An-fangszeilen s. 1 > am Schluß in umgekehrter Folge brachte (fi 3 ).
16. 3 k 3 3 b o ä o ä.
Beispiel: Th. Körners Aufruf (Frisch auf, mein Volk! die Flammen-zeichen rauchen), sowie Mißmut.
17. 3 1) 3 k L o ä (1 6.
Beispiele: Reimnar der Alte (Hagens Minnes. I. 190. 36, sowie198. 56) und Tanhuser (ebd. II. 95. 14), ferner Kirchenlieder (z. B. Schnee-sings „Allein zu dir, Herr Jesu Christ". Vgl. auch Wackernagel 239 u. 309).
18. 3 1> 3 l) o ä e ä ct.
Beispiel:
Und als ich ausstand früh am Tag,
Und meinte, daß es noch Winter sei,
Da jauchzte schon mit lustigem SchlagDie Lerche an meinem Fenster frei:
Tirili, tirili! vom blöden Traum,
Langschläfer, bist du endlich erwacht?
Du schliefst und merktest das Süße kaum,
Denn sacht, denn sacht
Ist kommen der Frühling über Nacht. (Geibel.)
Ähnlich ist Geibels Winter gedichtet. Beispiele dieser Form finden sichnoch in SoltauS Sammlung (217), sowie bei Liliencron (341).