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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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Deines Winters Wolken jagenRot vom blut'gen Widerschein;

In der Brust die Todeswunde

Ruht hier Freund und Feind im Bunde.

Die Cypresse muß vereinen,

Die der Ölzweig nimmer krönt;

Wenn sie um die Toten weinen,

Sind die Kämpsenden versöhnt. (3 Strophen.)

(Zum Neuen Jahr 1871 v. Rud. Gottschall.)

28. ktÄdbelleätzkskAA. (Rittershaus' Frei-maurerstroph e.)

Beispiel:Freimaurer sind wir und wir bleiben frei" von EmilRittershaus. (st Strophen.)

tz 212. Die funfiehnMige Strophe.

Diese Strophe kommt weit seltener vor als die vorige. Beiden Minnesingern begegnen wir ihr nur in 11 Formen. Die Gliede-rung ist in 6 Fällen 3 -j- 3 -s- 9, in 5 Beispielen 4 -f- 4 -j- 7und einmal 5 -s- 5 -s- 5. Von den neueren Dichtern hat die Stropheschöne Anwendung gefunden bei Goethe, Lenau und bei Rückert, dernoch in seiner allerletzten Zeit in ihr dichtete; ferner bei GustavPfarrius, dem beliebten Dichter des Nahethals, und bei Kobell, demberühmten Pfälzerdialekt-Dichter. Wiederholungen des gleichen Schemasfinden sich nirgends.

Formen der lünfzehnzettigen Strophe.

1. UUUU3,UU«1ULtUa,5tUU.

Beispiel:

Büchlein, laß dein Rauschen sein!

Räder, stellt euer Brausen ein!

All ihr muntern Waldvögelein,

Groß und klein,

Endet eure Melodein!

Durch den Hain

Aus und ein

Schalle heut' ein Reim allein:

Die geliebte Müllerin ist mein!

Mein!

Frühling, sind das alle deine Blümelein?

Sonne, hast du keinen Hellern Schein?

Ach, so muß ich ganz allein

Mit dem seligen Worte mein

Unverstanden in der Schöpfung sein!

(Wilh. MüllersMein!" I. 28.)

2. 3.a.ag.ujbbbbb>6666 6.

Beispiel: Schulmeister von Eßlingen (Hagens Minnes. II. 139. 9).