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auftreten. (Erinnerung an eine antike Einteilung in I. a. Aus-
prägung in Bildern für die Phantasie, d. Plastische Darstellung. II.und erzählende und belehrende Darstellung. III. Reflexion.) Die
Phantasie, die man nicht ohne Grund das Vermögen der Dichter genannt hat,befähigt uns, die übersinnliche Welt von Begriffen und Ideen in sinnlichenBildern auszudrücken. Sie zeigt sich zunächst als schaffende und als empfindendePhantasie. Die schaffende erzeugt unter Anwendung des ihr aus der Außen-welt zukommenden Stoffes die epische und die dramatische Poesie, während dieempfindende Phantasie die Lyrik und die Didaktik hervorbringt. Diese That-sache beweist ein einheitliches Einteilungsfundamentum.
tz 5. Ginteilungsschema -er Poesie.
Aus dem Abgehandelten ergiebt sich folgendes übersichtliche Ein-teilungsschema :
Die Poesie entstammt stofflich
L. Der Außenwelt.
Die objektive Außenwelt behandelt:
o. Raum, ä. Zeit,
und äußert sich alsZ. Epik. 4. Dramatik.
Die Ehik erzählt Die Dramatik handelt,objektiv. gestaltet dialogisch.
L. Der Innenwelt.
Die Innenwelt (ihrer Art nach sub-jektiv) umschließt:
a. Empfinden, b. Denken,und äußert sich alsI. Lyrik. 2. Didaktik.Die Lyrik schildert Die Didaktik lehrt,subjektiv. sofern sie schildert
oder erzählt.