5 Hieß ich das schlanke,
Zauberhafte MädchenFerne gehen von mir.
Ach, ihre hohe Stirn,
Trin ein schöner, sündhafter Wahnsinn10 Aus dem dunkelen Auge blickte.War gesenkt, denn sie liebte mich.Aber sie zog mit SchweigenFort in die graueStille Welt hinaus.
15 Von der Zeit an
Kamen mirTräume voll schönerTrübe.Wie gesponnen auf Nebelgrund,Wußte nimmer, wie mir geschah;War nur schmachtend, seliger Krank-heit voll.
20 Oft in den Träumen zog sich einVorhang
Finster und groß ins Unendliche,Zwischen mich und die dunkle Welt.Hinter ihm ahnt' ich ein Heideland,Hinter ihm hört' ich's wie Nacht-wind sausen:
25 Auch die Falten des VorhangsFingen bald an, sich im Sturm zuregen,
Gleich einer Ahnung strich er da-hinten,
Rubig blieb ich und bange doch,Immer leiser wurde der Heide-sturm —
30 Siehe, da kam's!
Aus einer Spalte des Vorhangsguckte
Plötzlich der Kopf des Zauber-mädchens,
Lieblich war er und doch so be-ängstend.
Sollt' ich die Hand ihr nicht geben35 In ihre liebe Hand?
Bat denn ihr Auge nicht,Sagend: da bin ich wiederHergekommen aus weiter Welt!
Zauberhafte MädchenFerne gehen von mir.
Ach, ihre hohe Stirn,
War gesenkt, denn sie liebte mich;Aber sie zog mit SchweigenFort in die graueWelt hinaus.
Krank seitdem.
Wund ist und wehe mein Herz.Nimmer wird es genesen!
Als ginge, luftgefponnen, ein Zauber-faden
Von ihr zu mir, ein ängstig Band,So zieht es, zieht mich schmachtend ihrnach!
— Wie? wenn ich eines Tags aufmeiner SchwelleSie sitzen fände, wie einst, im Morgen-Zwielicht,
Das Wanderbündel neben ihr.
Und ihr Auge, treuherzig zu mir auf-schauend,
Sagte, da bin ich wiederHergekommen aus weiter Welt!