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e. Theodor Körner.
Aus „Männer und Buben".
Ursprüngliche Fassung. Strophe 7. Verbesserung Körners.
Und schlägt unser Stündlein im Schlach-tenrot
Willkommen dann. sel'ger Soldatentod!
Tu mußt dann unter seidenen Decken, Du verkriechst dich in seidene Decken,Unter Merkur und Latwergen verrecken. Winselnd vor der Vernichtung Schrecken.Stirbst als ein ehrlos erbärmlicher Wicht.
Ein deutsches Mädchen beweint dich nicht,
Ein deutsches Lied besingt dich nicht.
Und deutsche Becher klingen dir nicht. —
Stoßt mit anMann für MannWer den Flamberg schwingen kann.
Beleuchtung einzelner Momente der Feile.
Zum Verständnis der ursprünglichen Lesart ist zu bemerken, daß dasGedicht „Männer und Buben" dem Nachlasse des Dichters entstammt.
Wie Körner in patriotischer Begeisterung die Worte etwas zu stark gewählthat und sich zu einem unschönen Bilde hinreißen ließ, so hat er in ruhiger,objektiver Würdigung die unästhetische Wirkung seines Ausdrucks warm empsunden.Aus diesem Grunde erfolgte seine Änderung, und es unterliegt wohl keinemZweifel, daß er nur die redigierte Form der Nachwelt überliefert haben würde,wenn die Übergabe des Gedichtes zum Druck vom Schicksal ihm vergönntworden wäre.
l. C. Mörike.
Scheiden von Ihr.
Erste Fassung.
Ein Jrrsal kam in die Mondschein-gärten
Einer einst heiligen Liebe.Schaudernd entdeckt' ich verjährtenBetrug;
Und mit weinendem Blick, doch grau-sam
Verbesserte Fassung Mörike's.
Ein Jrrsal kam in die Mondschein-gärten
Einer einst heiligen Liebe.
Schaudernd entdeckt' ich verjährten Be-trug.
Und mit weinendem Blick, doch grausam,Hieß ich das schlanke,