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Erster Band.
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Beispiel:

Dli"Unsel'ge; hoffe er; die ich; Tau auf; sei eilig.

Es entsteht durch dieses Zusammenstoßen zweier Vokale ein Toppelhauch,welcher den Wohlklang (--- Euphonie) und den Redefluß stört. Das Ohr willebensowenig die Häufung der Vokale ertragen als das Auge eine fortgesetzte oderlänger andauernde Öffnung des Mundes. Es ist eine ernste Forderung, daßdie poetische Sprache leicht zu sprechen und zu hören sei. Betrachten wir dieVokale nach ihrer Klangverwandtschaft (a e ö o i ü u), so steht das u dem aam entferntesten, weshalb z. B. ein Hiatus a?u weniger störend empfundenwird, als ein Hiatus e^ i, oder e"?e, i^i, ü"?u.

Beispiele: O du Allmächtiger,

Du bist so nah und fern.

Alle, die ich liebe,

Sie schätzen Liebt"Ehrc,"Ehrfurcht.

Elende Esel.

Sie löschte"ihr Lämpchen mit Thränen.

Nur bei ganz enger Zusammengehörigkeit der Wörter- oder Redeteile ver-schwindet das Anstößige des Hiatus, z. B. du ordnest, oder du irrst; geordnet;geirrt. Auffallend ist er auch nicht bei syntaktischen Pausen (Interpunktionen)Z. B.: Weh! ihr geht?

Während der Hiatus im Lateinischen auch bei Hauptcäsuren vermiedenwerden muß, läßt er sich im Deutschen bei stehenden Cäsuren (z. B. inmittender Nibelungenstrophe) oder bei stehenden Diäresen (z. B. beim Alexandriner)durch das meist gleichzeitige Eintreten der rhythmischen Pause entschuldigen, ebensonach einem Interpunktionszeichen, d. h. nach syntaktischen Pausen; nimmermehraber bei untergeordneten Cäsuren und Diäresen.

Bei den Griechen im altjonischen Epos war das Zusammentreffen vonVokalen in der Mitte des Wortes eher wohllautend .als fehlerhaft (z. B.

Unsere jambischen und trochäischen Verse vertragen den Hiatus leichter,als daktylische und anapästische, da bei letzteren die zweisilbigen Hebungen raschhintereinander gesprochen werden müssen, weshalb sie ein doppeltes Einsetzendes Tones nicht vertragen.

Interessant ist. daß die Sanskritsprache — nach Herm. Brockhaus —ebenso empfindlich gegen den Hiatus ist, als die deutsch-poetische, oder dasattische Griechisch gegenüber dem homerischen.

Wilh. Jordan, der für jeden Vokal — ähnlich wie im Griechischen —einen „deutlichen Vorhauch" beim Sprechen in Anspruch nimmt, erklärt denHiatus für eine fremdländische, aus Mißverständnis eingeschwärzte Regel, derenBeobachtung durch Elision und Apostrophe, mit Ausnahme einiger vom Sprach-gebrauch gebilligter Fälle weit ärgere Härten erzeuge, als die meist nur