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Erster Band.
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hören, sprechen, Farbe, Himmel rc.), so könnte man den Satz mit Ein-schränkungen auch so fassen: Der Accent ruht auf der ersten Silbe.

3. Diese Einschränkungen werden durch die Vor- und Nachsilben bedingt,welche der Stammsilbe sich anschließen können, weshalb ihre Kenntnis gefordertwerden muß. Es kann z. B. eine logische Unterscheidung von Wörtern, wie

erb-lich und er-blich, gestern und gestehn, gehend, erstens und ersteht, geb-et und

Ge-bet rc. für richtige Accentuierung nicht erspart werden. Früher waren wohldie meisten Nebensilben selbst betonte Wurzeln; sie lehnen sich aber mit derZeit an bedeutungsvolle Wurzeln an, verloren ihre Selbständigkeit und wurdenVor- oder Nachsilben, die vom Stamm getrennt nunmehr tot sind, z. B.Verhör, Heimat, Heirat, Trübsal, Unsterblichkeit, Mißklang.

Da die Stammsilbe den Hauptton hat, so können die Nebensilben(Accessorien) nur mittleren oder schwachen Ton haben. Solchen mittleren Tonhaben diejenigen, welche die Vokale a o u i oder Diphthonge in sich schließen,' z. B. ung, sam, haft (Zeitung, einsam, gewissenhaft rc.). Einen schwachenTon haben die Accessorien mit e, wie be, ver, zer, sel, enz rc. Das e machtdie Silbe oft ganz tonlos in Wörtern wie lassen — lafl'n, fassen — sass'n rc.Der Unterschied ist darin begründet, daß bei jenen die Wurzelbedeutung nochmehr gefühlt wurde und die Nebensilbe vor der Entstellung durch Tonschwächungbewahrt blieb; vgl. engl. -tinä-inZ mit -sindung (dagegen tmnäsoin undheilsam auf gleicher Stufe).

ß 73. Tongrade.

1. Die Betonung der Silben ist keine gleichmäßige.

2. Wir können mehrere Grade der Betonung in Bezug aufStärke derselben unterscheiden und benennen.

1. Je kräftiger beim Aussprechen einer Silbe die exprimierte Luft durchdie Stimmbänder getrieben wird, desto größer wird ihre Schwingungszahl,desto höher ist gewissermaßen ihr Schall (Klang, Ton). Wenn man in dieserRücksicht z. B. die zweisilbigen Wörter: Baumblatt, Bäume, ruchbar,Feuer, Hilfe vergleicht, so wird man sofort einen Unterschied in der Silben-betonung wahrnehmen. Dasselbe ist in gesteigertem Maße in drei- und mehr-silbigen Wörtern der Fall. Man spreche z. B. aus: Baumblätter, Garten-haus, Hindernisse, Federmesserfabrikant, Christentum, Frucht-barkeit, Wirtshäuser, Buchdruckerkunst, unverständlich, ab-scheulich, widerwärtig, unausstehlich rc. (Man vgl. hierfür auch:Merkels Physiologie der menschl. Sprache, sowie Kleinpaul I. 25 ff.)

2. Ein geübtes Ohr wird beim Aussprechen von längeren Wörtern undWortreihen mindestens 4 bis 5 Stärkegrade (— musikalische Tonunterschiede)in den Silben wahrzunehmen vermögen. Das Wort Reh blut hat beispiels-weise zwei betonte Silben, von denen doch die erstere ein tonliches Übergewichterhält. Im Worte Rebenblüte hat die Silbe Reb ein Übergewicht über die