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Erster Band.
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Der Hexameter ging auch in die lateinische Poesie des Mittclalters über;hier mußte der Schluß des Verses mit der Hauptcäsur im 3. Takte reimen.Dieser Vers, den man den leoninischen nennt, bequemte sich der altdeutschenLangzeile an. Johannes ClajuS (nicht zu verwechseln mit Joh. Klai S. 51 d. B.)bildete den leoninischen Reim im deutschen freilich recht accenlwidrig nach:

Ein Vogel ! hoch schwe ! bet, der , nicht als j ändere lebet.

Nach keim Tier strebet, sich in allen Winden erhebet rc.

(Es könnte doch unmöglich anders, als so skandiert werden:

Ein Vogel hoch schwebet, s der nicht als andere lebet rc.)

Was den deutschen Hexameter anlangt, dessen Geschichte W. Wackernagelgeschrieben hat, so ist zu bemerken, daß nach Fischart, Eisenbeck, JohannesElajus (ch 1592), Heraus, K. Geßner, von Birken, Chr. Weiße und Gott-sched (die auch einzelne gereimte Hexameter schrieben), Klopstock der Erstewar, der den deutschen Hcrameter in seinem für Regeneration der deutschenSprache epochcbildenden Messias im Jahre 1748 zur Einführung brachte.Trotz glücklicher Anschmiegung desselben an deutsche Spracheigentümlichkeitenkann heutzutage der Klopstockschc Hexameter den Anforderungen der accentuie-renden Metrik nicht mehr genügen, da ja seitdem unsere Sprache durch unsereDichter hohe Vollendung, Geschmeidigkeit und wahrhaft klassische Rundungerhielt. Es würde interessant sein, eine neue Ausgabe des Messias zu ver-anstalten und die nach dem Standpunkt der heutigen Prosodik und Metriknötigen Änderungen beizusetzen. Wie Klopstock, so sündigten gegen die richtigeBetonung mehr oder weniger auch Uz, Kleist, Voß, Goethe, Schiller,Uhland, A. W. Schlegel (der übrigens unter den sämtlichen Romantikerndie reinsten Hexameter gebildet hat), Ptaten, Rückert, Heyse (Thekla),Hamerling (König von Sion) bis zu Biesendahl, der seine 1879erschienene „Käisertochter" in diesem Versmaße geschrieben hat. Man kanndaher getrost in den Satz einstimmen: Es giebt kein einziges, auseiner größeren Anzahl von Hexametern bestehendes deutschesGedicht, welches durch und durch korrekt wäre. (Vgl. auch PlatcnsAusspruch unter Beispiele des Pentameter S. 359.)

8. Gereimte Herameter. Für die Wirkungsweite des Reimes ist derHexameter fast zu lang. Ohnehin entzieht die Beachtung des Rhythmus unsereAufmerksamkeit dem Reime vollständig. Rückert hat öfters daktylische Hexameterin je zwei Verszeilen verteilt und gereimt, z. B.:

1. Wär' ich die , Luft, um die I Flügel zu > schlagen, ^

2. Wölken zu > jagen, 1

1. Über die Gipfel der Berge zu streben, >

2. Das war' ein Leben! j

1. Bräuten an ihrem Gewände zu säuseln, j

2. Locken zu kräuseln, j

1. Düfte von beiden als Steuer erheben, l

2. Das wär' ein Leben! j