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Erster Band.
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b. Sie wohnen in Lledestönen,

Nicht mehr nn Schwäize'rlände,

Wo die Knechte fröhnen,

Sich freuend ihrer Schände. (Rückert.)

Lenz wär gekommen. Der lichte Schnee zerschmolzAn den Bergeshälden, m Veilchen ständ das Holz;

Die bläue Meereswäge glänzte frei von Eis,

Da ging zu Schiffe Sigärd, der königliche Greis.

(Geibel, König Sigurds Braütfahrt.)

Geibel hat in dieser Dichtung, ähnlich wie Hamerling im Vaterlandslied,den 3 ersten Versen jeder Strophe je 6 Arsen gegeben, die 4. Zeile bedachteer mit 7 Arsen für Erreichung eines strophischen Charakteristikums. Sein

Sckema war daher: :: ! t: ! n I! ^ I ^ I ^ ! !

Für weitere Beispiele erinnere ich nur noch an die in alle Anthologienund Lesebücher übergegangenen 5 Kindermärchen Rückerts, sowie an dessenGedichte: Das Mädchen von Potsdam, Auf die Schlacht von Leipzig, Fest-lied rc. ; an Schillers Bürgschaft; an Heines Fichtenbaum, welche Gedichtesämtlich nach Arsis und Thesis skandiert werden können, und bei denen nurdie Strophen genau symmetrisch geordnet sind. Ähnliche Beispiele in reicherAuswahl finden sich auch in Uhlands Schriften Bd. III. (Cotta 1866.)

tz 120. Freie Äreentverse (neuhochdeutsche Kelche).

Diese Verse sind echt deutsche Verse im vollen Wortsinn, freieVerse, deren Ausdehnung, Arsenzahl und -anordnung, deren Schluß,deren Einteilung, deren Verbindung zu freien Strophen (von welchletzteren keine der andern ähnlich zu sein braucht) ganz von der sub-jektiven Empfindung und dem Belieben des Dichters oder vom Her-kommen abhängig ist. Sie kümmern sich weder um ein äußeresFormgerüste wie die silbenzählenden Accentverse, noch um strophischeGliederung wie die strophisch vereinten Accentverse. Zu ihrer Bildunggehört Geist und Phantasie, weshalb nur bedeutende Dichter sie bildendürfen, wenn sie nicht wie Prosa erscheinen sollen. Sie finden sichebenso gereimt wie reimlos.

Da bei diesen durchaus zwanglosen, willkürlich gebauten Versen (ähnlichwie bei den altdeutschen Leichen oder den von Rückert eingeführten Makamen)ein den Bau bestimmendes äußeres Formelement nicht ersichtlich sein kann, sosehen sie wie Prosa aus und stehen ihr auch äußerlich am nächsten. In einerfortlaufenden Zeile geschrieben, wird man sie für poetische Prosa erklären,