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Drängen sich an mein Herz.
Du kühlst den brennendenDurst meines Busens,
Lieblicher Morgenwind!
Ruft drein die NachtigallLiebend nach mir aus dem Nebelthal.
Ich komm', ich komme!
Wohin? Ach, wohin?
Hinaus! Hinauf strebt's,
Es schweben die WolkenAbwärts, die WolkenNeigen sich der sehnenden Liebe.
Mir! Mir!
In eurem SchoßeAufwärts!
Umfangend umfangen!
Aufwärts an deinen Busen,
Allliebender Vater! (Goethes Ganymed.)
Aus Bogenfenster lehntIm MorgensonnenscheinSich das zarte Jungfräulein.
Es sehnt
Ihr Herz sich in wonnigem Bangen,
Den Liebsten zu sehn,
Es glühen die Wangen, —
Kaum kann sie verstehn,
Was ihr so süß die Seele ergreift.
Es streift
Ein Zweig, der um die Säule sich flicht,
Ihr Angesicht,
Da wird sie überstrahltVon purpurner Rosen Licht,
Die dicht
An den Zweigen blühen
Und lieblich wie ihre Wangen erglühen u. s. w.
(G. Kastropp, Heinr. v. Ofterdingen.)
tz 121. Deutsche Hetmngsverse.
Sie stimmen mit den freien Accentversen durch den Ausschlußjeglichen strophischen Zwangs sowie darin überein, daß sie den Thesenkeinerlei Beachtung schenken. Dafür aber beachten sie eine bestimmteAnzahl von Arsen und nähern sich dadurch den symmetrischen Accent-versen. (S. 370.) Es sind prächtige Verse, die dem Dichter einen überdas Metrum hinausgehenden Spielraum in der Silbencntfaltuug ein-räumen; sie ergötzen durch ihren Wohllaut und sind unserer Sprachemit ihrem ausgeprägten Accent durchaus entsprechend. Rückert hatsein Epos Nal und Damajanti in diesen Versen geschrieben (vgl.Probe bei Z 139. 2).