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Herz und Seele, leben und sterben, Weh und Schmerz. I-Assonanz. Briefund Siegel, hin und wieder, wider Wissen und Willen. 0-Assonanz. Lohnund Kost, Not und Sorge, Sport und Hohn, Zorn und Groll. II-Assonanz.Blut und Wunden, Hunger und Durst, Schlucht und Kluft, schuldig und ver-bunden. Ü-Assonanz. Grünen und blühen. -Lu-Assonanz. Braun undblau, Rauch und Staub, glauben und schauen. Li-Assonanz. Bein undStein, Weib und Wein, Zeit und Weil', heimlich und lcis'. Ln-Assonanz.Es fleucht und kreucht.
6. Sprichwörtliche Formeln des Vollreims.
Beispiele: Stammlaut a. Saft und Kraft, Sack und Pack, mitgegangen,mitgefangen, mitgehangen, schalten und walten, Rand und Band, Sang undKlang, Rat und That, Ach und Krach, Handel und Wandel. Stamm laut L,o oder ö, Ächzen und Krächzen, Weg und Steg, Treck und Speck, hehlen undstehlen, Krethi und Plctbi (2. Sam. 6. 18), weh- und demütig, sterben undverderben, Ehstand und Wehstand rc. Stammlaut i oder ü. Singen undspringen. Schritt und Tritt, Titel ohne Mittel, windig und findig; hüben unddrüben, gebügelt und geschniegelt, bücken und drücken, Hülle und Fülle. Stamm-laut o. Verschroben und verschoben, toll und voll, Sonne und Wonne,gestorben und verdorben, Not und Tod. Stammlaut u. Lug und Trug,knuffen und Puffen, Gruß und Kuß, Gut und Blut, Schutz und Trutz, Rumpfund Stumpf. Stammlaut an. Verbauern und versauern, Saus und Braus.Stammlaut su und sr. Kreucht und fleucht, scheiden und meiden, rein undfein, das Mein und Dein, weit und breit u. s. w.
I. Drr Stabreim oder die (Allitteration.
tz 127. Gesetz unb Wesen des Stabreims und seine Üedentnngfür die deutsche Ärcententwicketung.
1. Der Name Stabreim (Stabung) deutet zunächst auf die Runenhin, welche sich auf Stäben befanden und lange vor Einführung desChristentums bestanden. Später wurde in der Schrift das erste Zeichender Begriffswörter mit größerem Stäbe gebildet, und man nannte nunhauptsächlich die Anfangszeichen Stäbe. Den in diesen Anfangsstäbensich wiederholenden Gleichklang nannte man Stabreim oder Anreim,wofür — wie tz 126 erwähnt — im 16. Jahrh, die BezeichnungAllitteration aufkam.
2. Das Wesen des Stabreims beruht in der Wiederkehr gleicherAnfangsbuchstaben tauch Doppelkonsonanten) bei den begrifflich bedeu-tenden Wörtern (Stammsilben), die aus diese Weise als wichtige Arsenhervorgehoben werden. Der Stabreim verlieh unserer Sprache höchst-wahrscheinlich ihr accentuierendes Gepräge. Somit ist er für dieEntwickelung derselben von der allergrößten Bedeutung.