Band 
Erster Band.
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406
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Prächtig malend ist das h in Schillers Taucher:

„Hochherziger Jüngling, fahre wohl!"

Und hohler und hohler hört man's heulen (st S, 129 d. B.)

Und es harrt noch mit bangem, mit schrecklichem Weilen rc.

Und Heller und Heller, wie Sturmes SausenHört man's näher und immer näher brausen rc,

Goethe läßt in Mahomets Gesang die Bäche klagen und beginnt abwechselndzwei oder drei Tonsilben mit dem gleichen Konsonanten, um den Eindruck andauernzu lassen, z. B.

Denn uns frißt in öder WüsteGier'ger Sand; die Sonne drobenSaugt an unserm Blut; ein HügelHemmet uns zum Teiche! Bruder,

Nimm die Brüder von der Ebne,

Nimm die Brüder von den BergenMit zu deinem Vater mit.

Noch wirkungsvoller erweist sich diese Allitteration, wenn sich der Silben-reim zu ihr gesellt. Vgl, Goethes Erlkönig mit der inkorrekten, aber wenigstörenden Allitteration Gewand. Ferner:

Kennst du das Land, wo die Citronen blühn,

Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorber steht rc, (s, S, 124 d, B.)

(Goethes Mignon,)

Es war ein König in ThnleGar treu bis an das Grab,

Dem sterbend seine Buhle

Einen goldnen Becher gab, (Goethe )

Rosenmädchen, rosenwangig,

Rosenlipp- und fingrig auch,

Heut zum Rosenfest verlang' ich,

Daß sie ziehn zum Rosenstrauch,

Rosen bringen ihm mit Grüßen,

Und nach süßem RosenbranchUnterm Rosenkranz ihn küssenMit des Mundes Rosenhauch , , , ,

Daß er, wie den Blick er dreheRosen sehe, Rosensaat,

Ganz umros't von Rosen stehe,

Rosenherr im Rosenstaat. (Rückert, Rosenlied,)

Lisple Laute, lisple linde,

Wie durch Laub die Abendwinde;

Wecke mit dem Spiel die TöneMeine Süße, meine SchöneVon dem leisen Schlummer wach.

Wer scharfe SchwerterSchmieden und schleifen will,

Scheue das Zischen der Flamme nicht.

Wer scharfe SchwerterSchwingen in Schlachten will,

Scheue das Rauschen der Speere nicht,

(Fonquö.)